Ungarn Münzschatz an der Donau entdeckt

Weil der Pegelstand der Donau gerade sehr niedrig ist, haben Archäologen bei Budapest interessante Funde machen können - darunter mehr als 2000 Gold- und Silbermünzen, die wohl von einem alten Handelsschiff stammen.

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Woher das Schiff kam, weiß bisher noch niemand. Doch irgendwann in der Mitte des 18. Jahrhunderts ist es auf der Donau in der Nähe der ungarischen Stadt Erd, südlich von Budapest gesunken. Und weil der Wasserstand des Flusses in den vergangenen Tagen und Wochen so niedrig war, sind Archäologen beim Wrack auf rund 2000 Gold- und Silbermünzen gestoßen. Erste Hinweise hatte es von Hobby-Schatzsuchern gegeben, die den Donaustrand mit Metalldetektoren abgesucht hatten.

Die gefundenen Geldstücke seien nach ersten Erkenntnissen zwischen 1630 und 1743 geprägt worden und stammen zu etwa 90 Prozent aus dem Ausland, erklärten Archäologen. Einige der Münzen tragen die Prägung des französischen Königs Ludwig XIV., auch Geldstücke aus dem Vatikan mit der Prägung von Papst Clemens XII. seien aufgetaucht. Sie sollen nun zunächst professionell gesäubert und ab dem übernächsten Jahr dann öffentlich ausgestellt werden.

Auch Degen, Säbel, Kanonenkugeln und andere Objekte seien gefunden worden, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Wissenschaftlerin Katalin Kovacs vom Museumszentrum Ferenczy in Szentendre.

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Ungarn: Schatz im Schlamm

Zahlreiche Flüsse in Europa sind aufgrund fehlender Niederschläge fast ausgetrocknet. Die Pegelstände an der Donau waren so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch durch Niederschläge am Oberlauf des Flusses wird sich das bald wieder ändern. In den kommenden Tagen soll der Donaupegel daher wieder steigen. Am Donnerstag versuchten Archäologen daher, noch möglichst viele Objekte zu bergen.

Die Wissenschaftler setzten auch Taucher und Drohnen ein, um Funde zu sichern und die Ausgrabungsstätte zu dokumentieren. Der geringe Wasserstand der Donau hatte schon zuvor zu archäologischen Entdeckungen in Ungarn geführt. In Budapest waren Trümmer der alten Franz-Josef-Brücke wieder aufgetaucht, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

chs/AFP



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