Cancún - Die Blockade während des Gipfels in Cancún scheiterte spektakulär, doch nun will Bolivien den beschlossenen Klima-Kompromiss vor Gericht stoppen. "Wir werden vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen den Text von Cancún klagen", zitierte die bolivianische Regierungszeitung "El Cambio" am Sonntag Pablo Solón, den Uno-Botschafter des Landes.
Das Klimapaket von Cancún war von allen anderen Teilnehmerstaaten abgesegnet worden. Nur Bolivien gingen die Anstrengungen zum Klimaschutz nicht weit genug, das Land weigerte sich, dem Dokument zuzustimmen - was nach Ansicht der meisten Beobachter eigentlich bedeuten sollte, dass der ganze Beschluss gescheitert wäre. Doch die Konferenzleiterin Patricia Espinosa aus Mexiko sah das anders: "Konsens bedeutet nicht Einstimmigkeit", sagte Mexikos Außenministerin - und erklärte die Vereinbarung für angenommen.
Solón kritisierte die Missachtung der bolivianischen Haltung als "Attentat gegen die Regeln des Rahmenabkommens über den Klimaschutz". Heute sei Bolivien betroffen, aber morgen könne es jedes andere Land treffen, warnte er. Das Konsensprinzip dürfe nicht aufgegeben werden.
Bolivien stand in Cancún allein gegen den Rest der Welt. Nicht einmal enge Verbündete wie Kuba, Venezuela oder Nicaragua wollten sich der Totalblockade der linksgerichteten bolivianischen Regierung anschließen.
hut/dpa
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