Uno-Gipfel: Bolivien will gegen Klima-Kompromiss klagen

Als einziges Land stellte sich Bolivien gegen die geplanten Beschlüsse des Klimagipfels von Cancún - vergeblich. Nun kündigte der Uno-Botschafter des Landes eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof an.

Boliviens Uno-Botschafter Solón: Protest gegen KlimapaketZur Großansicht
dpa

Boliviens Uno-Botschafter Solón: Protest gegen Klimapaket

Cancún - Die Blockade während des Gipfels in Cancún scheiterte spektakulär, doch nun will Bolivien den beschlossenen Klima-Kompromiss vor Gericht stoppen. "Wir werden vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen den Text von Cancún klagen", zitierte die bolivianische Regierungszeitung "El Cambio" am Sonntag Pablo Solón, den Uno-Botschafter des Landes.

Das Klimapaket von Cancún war von allen anderen Teilnehmerstaaten abgesegnet worden. Nur Bolivien gingen die Anstrengungen zum Klimaschutz nicht weit genug, das Land weigerte sich, dem Dokument zuzustimmen - was nach Ansicht der meisten Beobachter eigentlich bedeuten sollte, dass der ganze Beschluss gescheitert wäre. Doch die Konferenzleiterin Patricia Espinosa aus Mexiko sah das anders: "Konsens bedeutet nicht Einstimmigkeit", sagte Mexikos Außenministerin - und erklärte die Vereinbarung für angenommen.

Solón kritisierte die Missachtung der bolivianischen Haltung als "Attentat gegen die Regeln des Rahmenabkommens über den Klimaschutz". Heute sei Bolivien betroffen, aber morgen könne es jedes andere Land treffen, warnte er. Das Konsensprinzip dürfe nicht aufgegeben werden.

Bolivien stand in Cancún allein gegen den Rest der Welt. Nicht einmal enge Verbündete wie Kuba, Venezuela oder Nicaragua wollten sich der Totalblockade der linksgerichteten bolivianischen Regierung anschließen.

hut/dpa

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insgesamt 1663 Beiträge
ratxi 09.12.2010
...den Teilnehmern das Gefühl, unbeschreiblich wichtig zu sein. Und egal, was hinterher passiert, hätte man nur auf ihn (wen auch immer) gehört, wäre alles gut geworden...
Zitat von sysopWas passiert, wenn der Klimagipfel in Cancún scheitert? Weil bei der CO2-Senkung kaum Forschritte zu erzielen sind, hoffen Teilnehmer auf Einigungen bei anderen schädlichen Treibhausgasen wie Methan - doch auch der Alternativplan hat viele Gegner. Was bringt der Gipfel in Cancún?
...den Teilnehmern das Gefühl, unbeschreiblich wichtig zu sein. Und egal, was hinterher passiert, hätte man nur auf ihn (wen auch immer) gehört, wäre alles gut geworden...
Wolf_68 09.12.2010
Nichts. Ebenfalls nichts.
Zitat von sysopWas passiert, wenn der Klimagipfel in Cancún scheitert?
Nichts. Ebenfalls nichts.
oink_oink_weee 09.12.2010
"Rien ne va plus" solange werden es die Industrie-Staaten bzw die Macher, Tycoons, Cashsäue... treiben bis sich alles von selbst erledigt, Klimagipfel ist da überflüssig.
"Rien ne va plus" solange werden es die Industrie-Staaten bzw die Macher, Tycoons, Cashsäue... treiben bis sich alles von selbst erledigt, Klimagipfel ist da überflüssig.
Calex 09.12.2010
Und wenn die Klimalüge auch noch 10 Mio mal im Spiegel abgedruckt wird. Die Menschen glauben euch nicht mehr!!! Mit dem CO2 Wahn wird nur von der ECHTEN Umweltverschmutzung durch Großkonzerne (Anholzung des Tropenwaldes, [...]
Zitat von sysopWas passiert, wenn der Klimagipfel in Cancún scheitert? Weil bei der CO2-Senkung kaum Forschritte zu erzielen sind, hoffen Teilnehmer auf Einigungen bei anderen schädlichen Treibhausgasen wie Methan - doch auch der Alternativplan hat viele Gegner. Was bringt der Gipfel in Cancún?
Und wenn die Klimalüge auch noch 10 Mio mal im Spiegel abgedruckt wird. Die Menschen glauben euch nicht mehr!!! Mit dem CO2 Wahn wird nur von der ECHTEN Umweltverschmutzung durch Großkonzerne (Anholzung des Tropenwaldes, Verunreinigung von ganzen Landstricken durch RAubbau an der NAtur etc.) abgelenkt und die Schuld dem Verbraucher in die Schuhe geschoben! Frei nach dem Motto: "Wer konsumiert trägt die Schuld". Nicht etwa die Konzerne, die nur Ihre Profite sehen und die Regierungen, die mit immer neuen Steuern die Zinsen der bereits auf 1000 Jahre verpfändeten Steuergelder abdecken wollen.
querulant_99 09.12.2010
Da bei dieser Konferenz nichts Substantielles herauskommen wird, plädiere ich für einen pragmatischen Weg, der die Folgen mildert, wie man es auch bei Erdbeben macht: Gar nicht erst versuchen, ein Erdbeben zu verhindern, [...]
Zitat von sysopWas passiert, wenn der Klimagipfel in Cancún scheitert? Weil bei der CO2-Senkung kaum Forschritte zu erzielen sind, hoffen Teilnehmer auf Einigungen bei anderen schädlichen Treibhausgasen wie Methan - doch auch der Alternativplan hat viele Gegner. Was bringt der Gipfel in Cancún?
Da bei dieser Konferenz nichts Substantielles herauskommen wird, plädiere ich für einen pragmatischen Weg, der die Folgen mildert, wie man es auch bei Erdbeben macht: Gar nicht erst versuchen, ein Erdbeben zu verhindern, sondern erdbebensicher bauen!
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  • Sonntag, 12.12.2010 – 20:07 Uhr
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Themen des Klimagipfels in Cancún
Die Vernichtung der Wälder trägt nach Angaben des Uno- Klimasekretariats zu 17 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei. Ärmere Länder sollen Geld erhalten, wenn sie ihren Wald schützen. Dazu muss es jedoch klare Regeln geben, was ein Wald ist. Zudem müssen die Artenvielfalt und die örtliche Bevölkerung beachtet werden. Die Industrieländer sollen Faktoren, die zur Waldzerstörung in Entwicklungsländern führen, beseitigen.

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Der lange Weg zum Klimaschutz
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründen den Weltklimarat (IPCC). Der IPCC selbst betreibt keine Wissenschaft, er sammelt stattdessen Daten zum Klimawandel und entwickelt Strategien zur Anpassung. Das Gremium hat bisher vier sogenannte Sachstandsberichte verfasst, der nächste ist für 2014 geplant. Der IPCC ist nicht direkt in das Klimasystem der Uno eingebunden, liefert aber den wissenschaftlichen Hintergrund für die Verhandlungen.




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