Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Uno-Prognose: Bald leben zehn Milliarden Menschen auf der Erde

Die Weltbevölkerung verändert sich dramatisch: Einer neuen Prognose zufolge wird es am 31. Oktober sieben Milliarden Menschen geben, in 90 Jahren sogar zehn Milliarden. Afrika und Indien legen extrem zu, Deutschland und China hingegen werden fast halbiert. Es drohen erhebliche Nahrungsengpässe.

Hindus-Kundgebung: Indien ist bald das bevölkerungsreichstes Land der Erde Zur Großansicht
DPA

Hindus-Kundgebung: Indien ist bald das bevölkerungsreichstes Land der Erde

Berlin - Afrika steht in den kommenden 90 Jahren ein dramatischer Bevölkerungszuwachs bevor, die Zahl der in Europa lebenden Menschen schrumpft dagegen immer weiter. Das geht aus einer neuen Projektion der Vereinten Nationen hervor, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Dienstag in Berlin präsentiert. Die Weltbevölkerung von knapp sieben Milliarden Menschen werde demnach bis 2100 auf 10,1 Milliarden steigen. Zuvor war die Uno von rund 200 Millionen Menschen weniger ausgegangen Als Folge des dramatischen Bevölkerungswachstums werden steigende Armut und höhere Nahrungsmittelsmittelpreise befürchtet.

Das Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt, wie es hieß. Allein in Afrika werde sich die Bevölkerung von heute 1,02 Milliarden auf voraussichtlich knapp 3,6 Milliarden Menschen im Jahr 2100 mehr als verdreifachen. In Europa hingegen wird die Bevölkerung abnehmen: Leben hier heute noch 738 Millionen Menschen, werden es in 90 Jahren voraussichtlich nur noch 674 Millionen Menschen sein, wie aus der Prognose hervorgeht.

Deutschland werde 2100 bei gleich bleibenden Geburtenzahlen trotz moderater Zuwanderung 38 Millionen Menschen weniger zählen - die Bevölkerung halbiert sich also fast. China werde 2100 sogar eine halbe Milliarde weniger Einwohner haben als heute, sagte der stellvertretende Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung, Thomas Büttner. Indien werde China voraussichtlich bereits im Jahr 2021 als bevölkerungsreichstes Land der Erde überholen.

Bis zum Jahr 2050 wächst die Weltbevölkerung der DSW-Prognose zufolge noch rasanter als bisher angenommen. Leben derzeit knapp sieben Milliarden Menschen auf der Erde, so werden es demnach 2050 bereits 9,3 Milliarden sein.

Die Prognose der Uno gibt sogar ein konkretes Datum an: Am 31. Oktober 2011 soll den Berechnungen zufolge die Sieben-Milliarden-Marke erstmals geknackt werden, wie der stellvertretende Direktor der Uno-Bevölkerungsabteilung, Thomas Büttner, sagte. Allerdings räumte Büttner ein, das Datum sei als Symbol zu verstehen, um auf das stetige weltweite Bevölkerungswachstum hinzuweisen. Es sei eine statistische Hochrechnung, exakt könne der Tag nicht bestimmt werden.

Während es 13 Jahre gedauert habe, bis die Weltbevölkerung von fünf auf sechs Milliarden gestiegen sei, habe es jetzt nur zehn Jahre gedauert, bis sie erneut um eine Milliarde gewachsen sei, sagte Büttner. 1962 noch seien drei Milliarden Menschen gezählt worden.

Weniger Menschen in Deutschland und China

"Die Bevölkerung wächst in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt am schnellsten, etwa in Liberia, Niger und Uganda", sagte Büttner. Die Uno-Projektionen basieren auf der Annahme einer abnehmenden Fertilitätsrate. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in den Entwicklungsländern bis 2100 von heute 2,7 auf 2,0 sinken wird - in den am wenigsten entwickelten Ländern von 4,4 Kindern auf 2,1 Kinder pro Frau.

Trotz dieses Trends geht die Uno davon aus, dass in den 20 gegenwärtig am schnellsten wachsenden Ländern bis zum Jahr 2100 etwa fünfmal mehr Menschen leben werden als heute. "Der Kampf gegen die Armut wird dadurch erheblich erschwert", sagte Büttner.

Der Rückgang der Kinderzahl sei aber keineswegs garantiert, erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. "Tatsache ist, dass Familienplanung in Entwicklungsländern Mangelware ist, und dass international weniger Geld dafür bereitgestellt wird." Alleine in Entwicklungsländern würden 215 Millionen Frauen gern verhüten, hätten aber keine Möglichkeit dazu.

Das rasante Weltbevölkerungswachstum verschärfe nicht nur die Armut, sondern sei zudem ein wichtiger Grund für die weltweiten Umweltprobleme, sagte Bähr. Auch steigende Weltmarktpreise für Nahrungsmittel seien unter anderem auf die zunehmende Weltbevölkerung zurückzuführen.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, dass in 90 Jahren in Nigeria 2,5 Milliarden Menschen mehr leben würden als heute. Diese Zahl ist falsch. Wir bitten, den Irrtum zu verzeihen.

cib/boj/dapd/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. unsauber geschriebener Artikel
syracusa 03.05.2011
Aus dem Artikel: "Dagegen würden in 90 Jahren in Nigeria 2,5 Milliarden Menschen mehr leben als heute." Hat der Autor da nicht irgend was durcheinander gebracht? 2,5 Mrd mehr in ganz Afrika wäre ja noch halbwegs plausibel, aber in Nigeria würden dann 3000 Einwohner pro km² leben. Von was denn?
2. Bald...
eigen 03.05.2011
---Zitat--- *Bald* leben zehn Milliarden Menschen auf der Erde [...] Einer neuen Prognose zufolge wird es am 31. Oktober sieben Milliarden Menschen geben, in *90 Jahren* sogar zehn Milliarden. ---Zitatende--- Sie überspannen den Begriff "bald" über jedes Maß hinaus. Es mag zwar zutreffend sein, dass global Überbevölkerung und Nahrungsmangel zunehmen werden, aber eine Prognose über neunzig Jahre ist absurd. Man kann ja nicht einmal die Bevölkerungsentwicklung für ein Jahrzehnt sicher prognostizieren. Entwicklungen wie Seuchen und Kriege entziehen sich jeder Hochrechnung.
3. Menschen
crocodil 03.05.2011
werden dann wie Ameisen sein. Aber so weit wird es wahrscheinlich nicht kommen, weil zuvor die Drittländer, Pakistan/Indien/China ihre Atomwaffen gezündet haben.Aber ich werde das wahrscheinlich nicht mehr erleben. Aber wie heisst es so schön - Gott wirds schon richten - http://www.myvideo.de/watch/5372305/Zar_Bombe
4. So weit wird es nicht kommen....
Dr.Knock 03.05.2011
Der Mensch ist wohl das Unzulänglichste auf diesem Erdball. Seine Zeit ist abgelaufen und selbst das merkt er nicht. Diese 10 Millarden wird es nicht geben, weil wie und wodurch auch immer, bis dahin die Menschheit sich selbst den Todesstoss verabreichen wird. Vielleicht hift uns ja auch die Natur selbst und schickt noch einmal so einen netten Klumpen aus dem Weltall, wie damals bei den Dinos. Wie auch immer. Es ist beruhigend zu wissen dass wir mit unseren überheblichen Dasein letztlich , bezogen auf die Erdgeschichte, nur ein Pups im Wind sein werden.
5. x
Jochen Binikowski 03.05.2011
Zitat von eigenSie überspannen den Begriff "bald" über jedes Maß hinaus. Es mag zwar zutreffend sein, dass global Überbevölkerung und Nahrungsmangel zunehmen werden, aber eine Prognose über neunzig Jahre ist absurd. Man kann ja nicht einmal die Bevölkerungsentwicklung für ein Jahrzehnt sicher prognostizieren. Entwicklungen wie Seuchen und Kriege entziehen sich jeder Hochrechnung.
Das ist so ähnlich wie bei den Vorhersagen zum Klimawandel. Diese von Steuergeldern und interessierten Lobbyisten fürstlich versorgten Hirnies stellen Prognosen mit 97% Eintrittswahrscheinlichkeit auf, nur weil 97% dieser Wissenschafts-Clowns daran glauben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: