Untersuchung Papa prägt die Muttersprache

Für die frühkindliche Sprachentwicklung sind offenbar die Väter wichtiger als die Mütter - weil sie weniger reden. Einer amerikanischen Studie zufolge überfordern Frauen ihre Kinder in den ersten Jahren mit zu vielen Worten.


Hamburg - Forscher der Universität von North Carolina räumen mit der verbreiteten Annahme auf, die "Muttersprache" werde vor allem durch weibliche Bezugspersonen geprägt. Das berichtet "Geo".

Sprechen lernen: Orientierung am Papa
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Sprechen lernen: Orientierung am Papa

An 92 Familien mit berufstätigen Männern und Frauen haben Lynne Vernon-Feagans und ihre Kollegen untersucht, wie oft ein Elternteil mit zwei- bis dreijährigen Kindern sprach und welche Satzmuster dabei benutzt wurden.

Ergebnis: Obwohl die Mütter weit mehr mit den Sprösslingen redeten und wesentlich häufiger Fragen an sie richteten, orientierte sich der Nachwuchs an den Männern, etwa indem er deren Satzbau imitierte.

Und je größer der Wortschatz des Vaters, desto schneller schritt die Sprachentwicklung des Kindes voran.

Die Forscherin vermutet, dass Frauen die Kleinstkinder mit zu vielen Worten überfordern. Erst wenn der Nachwuchs schon älter als drei Jahre ist, übernimmt die Mutter die Leitung: Das Sprachvermögen von Schülern zum Beispiel hängt hauptsächlich von dem ihrer Mütter ab.

ler/dpa



Forum - Vatersprache
insgesamt 138 Beiträge
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Leserin, 19.11.2006
1.
---Zitat von sysop--- Gilt Vaters Wort mehr als Mutters? Obwohl Frauen weit mehr mit ihren Kindern sprechen und häufiger Fragen an sie richteten, orientierte sich der Nachwuchs an den Männern, hat eine neue Studie ergeben. Wie sind Ihre Erfahrung? ---Zitatende--- Ha, welch ein Einstieg ins Posten nach der Pause. Gleich darf ich wieder an Sysops Deutsch erfahren, dass die Welt nicht mehr ist, was sie mit Augstein war. Jetzt ist offenbar die Phase der totalen Auflehnung erreicht, Konjunktive werden verwüstet, Pluralbildungen verweigert. Soviel zur Orientierung an (geistigen) Vätern. (Augstein konnte Deutsch.)
thalia42, 19.11.2006
2. Vatersprache
Genauso gibt es, wie üblich, gegenteilige Befunde: zweisprachig aufgewachsene Katalanisch-Spanisch bilinguale Kinder z B., bei denen je ein Elternteil Katalan sprach und das andere Spranisch, wiesen in einer Studie eine Dominanz der Sprache der Mutter auf, die sich vor allem in den Phonemkategorien niederschlug. Die Phonemkategorien der Muttersprache werden, laut empirischer Studien, bereits im Säuglingsalter erworben. Außerdem impliziert die Aussage, dass Kinder die Struktur der Sätze ihrer Väter häufiger imitieren, dass Kinder Sprache durch Nachahmung lernen; das aber ist in der Linguistik äußerst umstritten. Dass es möglich ist, Kinder mit Sprache zu "überfordern", konnte meines Wissens bisher ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Diese Frage wurde aufgeworfen im Zusammenhang mit der bilingualen Erziehung von Kindern, in der einige Menschen eine mögliche Überforderung der sich entwickelnden Sprachverarbeitung sahen. Diese Überforderung konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, also ist eine Überforderung durch nur eine Sprache, egal in welchem Umfang, äußerst unwahrscheinlich. Da die meisten Menschen sich ihren Partner aus einem ähnlichen sozialen Milieu wählen, ist die Größe des Wortschatzes des Vaters höchstwahrscheinlich stark korreliert mit der Größe des Wortschatzes der Mutter und der beschriebene Zusammenhang ein indirekter. Lieder kann ich in diese Richtung aber nur spekulieren, da ich die Studie selbst nicht gelesen habe. Insgesamt erscheinen die Befunde sehr unwahrscheinlich, da sie vielen anderen Befunden in der Wissenschaft widersprechen.
katzikatzikatzikatzi, 19.11.2006
3.
Ist doch etwas dünn, eine Peergroup von 92 Familien. Gebenbeispiel aus Hamburg: redegewandter Vater, der die Betreuung halbtags mitübernommen hat, dazu eine eher schweigsame Mutter. Resultat ist ein äußerst sprachbegabtes, unablässig sprechendes Kleinkind von 3 Jahren.
sojiti, 19.11.2006
4.
---Zitat von DJ Doena--- Ich erwarte euch, Großmann, Kiki, Rainer, ElizIza, Lionel Joseph, Schneeeule, Dampflok, thinktankgirl, Caveman., Klara Schmitz, Haustroll, supernicky2006, Elbeschiffer, *sojiti*, auf das wir uns auf diesem neuen Schlachtfelde erneut gegenüberstehen! ---Zitatende--- Och weisste DJ, ich glaub ja ein Battelfield reicht. Und gibt da einige Foristen, die haben ja schon beim Lesen Schwierigkeiten und beim schreiben werden die dann auch noch gerne sprachlich ausfällig. Und das haben die ja laut amerikanischen Forschern von Papa gelernt;-P Da wäre doch schon alles ausdiskutiert, oder?;-)
Marita 19.11.2006
5.
---Zitat von DJ Doena--- ... auf das wir uns auf diesem neuen Schlachtfelde erneut gegenüberstehen! ---Zitatende--- Das fängt ja schon wieder gut an! Können Diskussionen über Sprache nicht auch in zeitgemäßem Deutsch geführt werden? Oder zumindest in korrektem: "auf *dass*", nicht "auf das"!
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