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30. April 2000, 17:59 Uhr

USA

Regierung erklärt Aids zum nationalen Sicherheitsrisiko

Die US-Regierung befürchtet offenbar eine derart katastrophale Ausbreitung von Aids in der Welt, dass es zu fast apokalyptischen Szenarien kommen könnte. Deshalb erklärte sie die Immunschwächekrankheit zum nationalen Sicherheitsrisiko.

US-Geheimdienste befürchten eine katastrophale Ausbreitung von Aids in vielen "Dritten-Welt-Staaten"
REUTERS

US-Geheimdienste befürchten eine katastrophale Ausbreitung von Aids in vielen "Dritten-Welt-Staaten"

Washington - Erstmals sei der Nationale Sicherheitsrat der USA in den Kampf gegen die Seuche eingeschaltet und zu einer "dringlichen" Überprüfung der amerikanischen Beiträge zur Aids-Bekämpfung beauftragt worden, berichtet die "Washington Post". Die Zeitung schrieb von einem "einmaligen Vorgang". Die Krankheit könne nach Überzeugung der Regierung die wirtschaftliche Grundlage von Staaten zerstören, Ursache für ethnische Konflikte sein und zu Regierungsumstürzen führen.

Die Besorgnis der Regierung spiegele sich auch im Antrag an den Kongress wider, die Haushaltsausgaben für den Kampf gegen die Krankheit in Übersee auf 254 Millionen Dollar zu verdoppeln. Dem Bericht zufolge wurde in einem geheimdienstlichen Bericht vom Januar voraus gesagt, dass ein Viertel der Bevölkerung im südlichen Afrika an der Seuche sterben wird. Auch Südasien und Staaten der früheren Sowjetunion seien auf "Katastrophenkurs".

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