Suchexpedition von Microsoft-Gründer Allen Gesunkenes US-Kriegsschiff vor den Salomonen entdeckt

Vor 76 Jahren wurde die "USS Juneau" im Pazifik versenkt - an Bord waren Hunderte Soldaten, darunter fünf Brüder. Nun hat ein Team des Microsoft-Gründers Paul Allen das Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg aufgespürt.


Die Seeschlacht von Guadalcanal im Zweiten Weltkrieg war das Ende der "USS Juneau". Getroffen von mehreren Torpedos der japanischen Marine sank der US-Flugabwehrkreuzer am 13. Mai 1942 vor den Salomonen auf den Grund des Südpazifiks. Fast alle der knapp 700 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Untergang ums Leben.

Nun hat ein Suchschiff des Microsoft-Gründers Paul Allen das Wrack entdeckt. Die knapp 165 Meter lange "USS Juneau" sei am Samstag vor der Küste der Salomonen gefunden worden, teilte eine Sprecherin des 65-Jährigen mit.

Die von Paul Allen initiierte Suchaktion im Pazifik war nicht die erste seiner Firma. Im August 2017 hatte sein Team bereits das Wrack des legendären Kriegsschiffs "USS Indianapolis" aufgespürt - das Schiff, das mutmaßlich die Atombombe für Hiroshima transportiert hatte. Im November 2017 folgte die Entdeckung der "USS Ward".

Anfang März gab Allen den Fund des Flugzeugträgers "USS Lexington" bekannt. Sein Tauchteam hatte das Wrack in 3000 Meter Tiefe aufgespürt, etwa 800 Kilometer vor der Ostküste Australiens.

Allen ist Multimilliardär und investiert viel Geld in seine Firma Vulcan, mit der er nach eigener Aussage die Welt besser machen will. Die Firma hat sich der Bildung und Philanthropie verschrieben, steckt jedoch auch Geld in neue Technologien, die Raumfahrt und den Sport. Mit dem 2016 erworbenen Forschungsschiff "Petrel" sucht Vulcan unter anderem nach historischen Kriegsschiffen.

Fotostrecke

11  Bilder
"USS Lexington": Gesunken nach der Schlacht im Korallenmeer

Die nun entdeckte "USS Juneau" sei mithilfe von Sonartechnologie aufgespürt worden, teilte das Expeditionsteam mit. Anschließend habe man ein ferngesteuertes U-Boot eingesetzt, um den Fund zu verifizieren.

An Bord der "USS Juneau" hatten unter anderem fünf Brüder aus dem US-Bundesstaat Iowa gedient, die Sullivan-Brüder. Vier von ihnen - Frank, Joe, Matt und Al - kamen direkt beim Untergang des Kreuzers ums Leben. George, der fünfte Bruder, konnte sich zunächst auf ein Floß retten, starb jedoch wenige Tage später - vermutlich entweder an Erschöpfung oder an den Folgen seiner Verletzungen oder aufgrund eines Haiangriffs.

Das US-Kriegsministerium reagierte auf den Tod von fünf Söhnen aus einer Familie und führte die sogenannte Sole Survivor Policy ein. Dieser Regelung zufolge sollen etwa Soldaten, die bereits Angehörige bei Kämpfen verloren haben, und somit letzter Überlebender einer Familie sind, aus Kriegsgebieten abgezogen werden.

wit/AP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.