UV-Strahlung Sonnenstrahlen schaden und schützen

UV-Strahlung beim Sonnenbaden erhöht das Hautkrebs-Risiko. Doch gleichzeitig regt sie die Produktion von Vitamin D an - was wiederum vor Krebs schützt. Das könnte die negativen Folgen vielleicht mehr als aufwiegen, vermuten norwegische Forscher.


Die Angst vor Hautkrebs hat vielen Sonnenanbetern in den letzten Jahren den Spaß am Sonnenbaden verdorben. Im Streit, ob Sonnenstrahlung dem Körper mehr schadet oder nützt, gibt es nun neue Erkenntnisse. Johan Moan und seine Kollegen von der Universität Oslo untersuchten den Zusammenhang zwischen UV-Strahlung, der dadurch angeregten Menge Vitamin D und der Häufigkeit von Hautkrebs und anderen Krankheiten bei denen Vitamin D eine Rolle spielt. Dazu sammelten sie Daten von Menschen aus verschiedenen Breitengraden. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Sonnenstrahlen: UV-Strahlung schädigt die Hautzellen, regt aber auch die Produktion von schützendem Vitamin D an.
DPA

Sonnenstrahlen: UV-Strahlung schädigt die Hautzellen, regt aber auch die Produktion von schützendem Vitamin D an.

Bei der Auswertung der Übersichtsstudie mussten die Wissenschaftler eine Menge Besonderheiten einkalkulieren: So produzieren beispielsweise Norweger in der dunklen Jahreszeit im hohen Norden fünf Mal weniger Vitamin D. Dagegen nehmen sie das Hormon in der Wintersaison über eine fischreiche Ernährung auf.

UV-Strahlen sind elektromagnetische Wellen, die beim Eindringen in die Haut das Erbgut der Hautzellen schädigen können. Sind die Schäden durch körpereigene Reparaturmechanismen nicht mehr in den Griff zu bekommen, kann es zur Entwicklung eines Hautkrebses kommen. So haben Menschen aus sommerlichen Gefilden mit erhöhter Sonneneinstrahlung, ein höheres Risiko zu erkranken.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass je weiter südlich eine Bevölkerungsgruppe lebte und je höher damit auch aufgrund der höheren UV-Einstrahlung die produzierte Vitamin-D-Menge war, auch die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer Krebserkrankung war. Das bedeutet: Zwar entwickeln Australier häufiger einen Hautkrebs als Norweger, sie haben aber auch größere Chancen, die Krankheit zu überleben. Wie dieses Sonnenvitamin vor Krebs schützt, ist allerdings noch nicht geklärt. Experten vermuten, dass es in diesem Fall die unkontrollierte Vermehrung von Zellen stoppt. Nachdem man um die vielfältigen positiven Auswirkungen von Vitamin D auf den Körper weiß, sei es falsch, der Sonne ganz aus dem Weg zu gehen, resümieren die Wissenschaftler.

nis/ddp/AFP



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