Verbraucherschutz EU will Klonfleisch verbieten

Fleisch von geklonten Tieren soll in Europa vorläufig nicht auf den Teller kommen - zumindest nicht, wenn es nach dem Willen der EU geht. Die Europäische Kommission hat sich jetzt für ein fünfjähriges Verbot von Klonfleisch-Lebensmitteln ausgesprochen.

Metzgerei: Europäische Kommission will Klonfleisch verbieten
dpa

Metzgerei: Europäische Kommission will Klonfleisch verbieten


Brüssel - Die Europäische Kommission will das Klonen von Tieren zur Lebensmittel-Erzeugung für die kommenden fünf Jahre verbieten. Das gleiche gilt für den Import geklonter Tiere und deren Fleisch, wie es am Dienstag in Brüssel hieß. Jedoch sollen Fleisch und Milch von Nachkommen geklonter Tiere freigegeben werden, schlug EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli am Dienstag in Brüssel vor.

Ebenso erlaubt bleiben soll der Import von Samen und Embryonen geklonter Rinder, Schweine und anderer Tiere in die EU. Die Landwirte sollen allerdings verpflichtet werden, diese zu kennzeichnen und in einer Datenbank zu speichern. Auch das Klonen zu Forschungszwecken, zur Rettung bedrohter Arten oder für die Arzneimittel-Herstellung soll weiterhin gestattet sein.

Dalli erklärte, das Klonverbot diene dem Verbraucherschutz. "Es gibt keine Notwendigkeit, in Europa Tiere zur Lebensmittelerzeugung zu klonen", sagte der EU-Kommissar. Dem Vorschlag der Kommission müssen die Mitgliedstaaten und das Europaparlament noch zustimmen. Das könnte durchaus problematisch werden, denn das EU-Parlament hatte ein noch strengeres Klonverbot verlangt.

Kritik wurde etwa daran laut, dass Fleisch und Milch der Nachkommen von Klontieren nicht unter das Moratorium fallen sollen. "Eine Gesetzgebung zum Klonfleisch muss zwingend auch eine Regelung für die Nachkommen geklonter Tiere umfassen", erklärte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. Das Fleisch und die Milch der Nachkommen geklonter Tiere müssten für die Bürgerinnen und Bürger deutlich sichtbar gekennzeichnet werden.

Dalli jedoch hält ein vollständiges Verbot solcher Produkte für "nicht angemessen". Sein Sprecher verwies auf mögliche Probleme mit der Welthandelsorganisation (WTO). "Wir glauben, dass unser Vorschlag mit WTO-Regeln vereinbar ist", sagte er. In den USA, Kanada und Argentinien ist das Klonen anders als in Europa relativ weit verbreitet.

Die Kommission fürchtet einen Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten, welche Klonsamen auch nach Europa vermarkten. Derzeit werden nur rund drei Prozent der europäischen Milchkühe mit importiertem Zuchtsamen erzeugt, der Rest stammt aus Europa.

mbe/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
vantast64 19.10.2010
1. Was soll's? Wer Fleisch liebt, ißt auch das.
Der Unterschied ist nur minimal. Wer nicht vor "normalem" Fleisch (Aas) zurückschreckt, wird auch dieses genießen. Der Mensch ist schließlich ein "Allesfresser".
TillD 19.10.2010
2. Richtig
Zitat von vantast64Der Unterschied ist nur minimal. Wer nicht vor "normalem" Fleisch (Aas) zurückschreckt, wird auch dieses genießen. Der Mensch ist schließlich ein "Allesfresser".
Auch, wenn ich nicht mit diesen "Veganer"-Anspielungen übereinstimme, ist es richtig, es besteht kein Unterschied, ich verstehe nicht, warum es verboten werden soll. Das ist noch harmloser als der Gen-Mais der im Sommerloch gewachsen ist.
Klo, 19.10.2010
3. ...
Zitat von sysopFleisch von geklonten Tieren soll in Europa vorläufig nicht auf den Teller kommen - zumindest nicht, wenn es nach dem Willen der EU geht. Die Europäische Kommission hat sich jetzt für ein fünfjähriges Verbot von Klonfleisch-Lebensmitteln ausgesprochen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,723971,00.html
Endlich mal eine sinnvolle Entscheidung. Klonfleisch braucht kein Mensch. Es ist völlig unnötig, denn es gibt genügend gutes Fleisch auf Erden.
Celegorm 19.10.2010
4. ...
Zitat von KloEndlich mal eine sinnvolle Entscheidung. Klonfleisch braucht kein Mensch. Es ist völlig unnötig, denn es gibt genügend gutes Fleisch auf Erden.
Nun, was heisst "brauchen"? Dass bei den Züchtern/Fleischproduzenten solche Verfahren eingesetzt werden bedeutet ja eigentlich, dass es einen Bedarf dafür gibt respektive ein Nutzen vorhanden ist. Denn zum Spass macht das ja niemand, erst recht nicht wenn es um das in der öffentlichen Wahrnehmung ultraböse K-Wort geht. Ausserdem, was heisst "gutes Fleisch"? Ob ein Tier geklont wurde dürfte für dieses Prädikat völlig irrelevant sein, erst recht wenn es um die Nachkommen von geklonten Tieren geht. Entscheidender wären da ganz andere, oftmals unschöne Aspekte der heutigen Agrarindustrie (Haltung, Futter, Antibiotika, etc.). Aber leider wird das nur zu gerne verdrängt wenn man stattdessen eine unsinnige Geisterdebatte führen kann, böses K-Wort sei Dank. Die GVO-Thematik in der Landwirtschaft ist ja das beste Beispiel dafür.
pulegon 19.10.2010
5. Klonfleisch
Zitat von sysopFleisch von geklonten Tieren soll in Europa vorläufig nicht auf den Teller kommen - zumindest nicht, wenn es nach dem Willen der EU geht. Die Europäische Kommission hat sich jetzt für ein fünfjähriges Verbot von Klonfleisch-Lebensmitteln ausgesprochen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,723971,00.html
What ever. Klonen wird in der Viehzucht sowieso fast ausschließlich zum erhalt von qualitativ hochwertigen Zuchttieren verwendet. Was da an Schlachtfleisch abfällt ist eher Resteverwertung. Wie wärs mal mit einem Mittelweg zwischen dem amerikanischen erlaubt ist, was keinen umbringt und dem europäischen erlaubt ist, was schon immer so war oder 20 Jahre geprüft wurde?
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