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Uno-Bericht: Es droht verheerende Wasserknappheit

Bewässerung von ausgetrocknetem Acker in China (2011): "Planet war noch nie so durstig" Zur Großansicht
DPA

Bewässerung von ausgetrocknetem Acker in China (2011): "Planet war noch nie so durstig"

Die Verschwendung von Trinkwasser nimmt nach Angaben der Uno bedrohliche Ausmaße an. Schuld sind die Bewässerung in der Landwirtschaft und die zunehmende Industrialisierung.

Neu Delhi - Die Warnung ist durchaus eindrücklich: "Der Planet war noch nie so durstig", schreiben Experten der Vereinten Nationen im aktuellen "World Water Development Report 2015". Es gebe zwar genügend Wasser, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu befriedigen, dafür seien aber "einschneidende Änderungen bei der Nutzung, Verwaltung und Aufteilung" der Ressource nötig.

Sollten Reformen ausbleiben, drohe eine Trinkwasser-Knappheit, die vor allem Länder mit heißem und trockenem Klima hart treffen werde. Bis zum Jahr 2030 könne die Lücke zwischen dem Bedarf und der natürlichen Neubildung von Grundwasser auf 40 Prozent anwachsen, schreiben die Uno-Fachleute in ihrem Bericht.

Der Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden im Jahr 2050 sei eines der drängendsten Probleme, heißt es in dem Dokument. Der weltweite Bedarf an Wasser werde dadurch um 55 Prozent ansteigen, unter anderem durch die landwirtschaftliche Produktion, die bereits heute für 70 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich ist. Hinzu kommen der Klimawandel und die Verstädterung.

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Neu sind all diese Warnungen nicht - doch bisher hat sich nicht viel getan. Es gibt gelegentliche Erfolgsmeldungen, so vermeldete China zuletzt Fortschritte bei der Wasserqualität. In ihrem Bericht listen die Uno-Experten aber vor allem zahlreiche Missstände auf, etwa die Wasserverschmutzung durch Pestizide, industrielle Produktion oder die Einleitung ungeklärter Abwässer. Zudem kritisieren sie die übermäßige Ausbeutung der Wasservorräte für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.

"Kurzsichtiges Vorgehen"

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung entnimmt ihr Trinkwasser dem Bericht zufolge dem Grundwasser. Etwa 20 Prozent dieser kostbaren Vorräte seien durch eine übermäßige Nutzung bedroht. In Teilen Chinas, Indiens und der USA sowie Regionen im Nahen Osten seien die Grundwasservorräte auf nicht nachhaltige Weise angezapft worden, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, bemängelte der Hauptautor des Uno-Berichts, Richard Connor.

Angesichts der schwindenden Grundwasserressourcen sei dies ein "kurzsichtiges Vorgehen". Sicherheitsexperten sehen sogar das Risiko von Konflikten durch Wasserengpässe in China und Indien. In brasilianischen Städten wie Rio de Janeiro und São Paulo wird bereits jetzt das Wasser knapp. Die Regierung schaltete tageweise die Versorgung ab, um einen totalen Zusammenbruch des Systems zu verhindern.

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Laut Uno haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 90 Prozent davon leben in Asien und in Afrika südlich der Sahara. Das Kinderhilfswerk Unicef warnt, dass jeden Tag fast tausend Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen sterben, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene. Unicef fordert, dass bis 2030 erstmals alle Menschen weltweit in ihren Häusern oder in der nahen Umgebung eine Grundversorgung mit Trinkwasser und sanitären Anlagen haben sollen.

Mit den bisherigen Lösungen gehen die Uno-Wasserexperten hart ins Gericht: "Die derzeitigen Wasserkosten sind im Allgemeinen viel zu niedrig, um eine Verschwendung durch reiche Haushalte oder die Industrie zu verhindern", heißt es ihrem Bericht. Ein verantwortungsvoller Umgang könne aber auch erreicht werden, indem das Problembewusstsein geschärft werde.

chs/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 40 Beiträge
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1. Höhere Wasserkosten helfen gar nichts
Erkläromat 20.03.2015
Dann können sich Nestle und Co. noch reicher raffen, aber dadurch gibt es in den Problemländern auch nicht mehr Wasser.
2.
ClausWunderlich 20.03.2015
Die Natur regelt das schon! Da wir immer mehr Menschen werden müssen wir ja immer mehr Natur für uns beanspruchen. diese ist aber begrenzt ego wird sich das "Problem" von selbst lösen. Wir sollten uns endlich mal bewußt werden das wir auch nur ein Teil der Natur sind. Und die Natur macht sich keine Gedanken über Richtig und Falsch.
3. Meinung der UN-Experten ....
KuGen 20.03.2015
In den entwickelten nördl. Ländern gibt es keine Wasserknappheit. Hier sind erhöhte Wasserpreise sinnvoll wie Pelletheizungen in der Sahara. In den unterentwickelten südlichen Ländern mit Wasserknappheit ist die Bevölkerung zu arm , um hohe Wasserpreise zu zahlen. Die UN-Experten sollen also weiter in ihrem Elfenbeinturm vor sich hinfantasieren. Un dihren marktradikalen Irrsinn frönen. Wichtig wäre die Erkenntnis, dass es zu viele Menschen gibt. Und das in Ländern etwas dagegen unternommen werden muss. Auch und gerade in Deutschland.
4. Wassermangel
darthmax 20.03.2015
Dort, wo der Mensch Wüstenflächen besiedelt hat, herrscht Wassermangel. Das war schon immer so. Durch aufwändige Wassergewinnung wurden in diesen Gebieten nun Menschen angesiedelt. Nicht nur in Afrika und Indien,selbst in den USA. Das ist auf Dauer natürlich nicht möglich, da nicht nachhaltig. Dazu kommt jetzt noch die Überbevölkerung auf Grund guter medizinischer Versorgung und der Religionen, die nicht auf die lokalen Gegebenheiten Rücksicht nimmt. Völkerwanderungen, die mit der Vernichtung vorhandener Völker einherging, sind nicht mehr möglich. De Mensch kann nur noch seine ungezügelte Vermehrung einstellen um dieses Problem zu lösen.
5. Ach, nicht schon wieder diese Klima-Albernheiten
stanislaus01 20.03.2015
Gestern war es noch zu viel Wasser (weltweite Überschwemmungen, Vanuatu) durch die Klimaveränderung wegen des Menschen. "Schafft die Menschen ab, rettet das Klima." Informationen je nach Tagesform. Beliebig und unverbindlich. Aber Euch glaubt ja eh nur noch eine Minderheit. Gerade mal 25 % der Bevölkerung hält Journalisten noch für teilweise glaubwürdig. Dazu muss man wissen, dass das auch der identische Anteil von Psychopathen an der Bevölkerung ist.
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