Verhütung: Stäbchen unter der Haut

Es gibt eine neue Alternative zur Pille: Implanon, ein streichholzgroßes Stäbchen, wird direkt unter die Haut implantiert und gibt automatisch drei Jahre lang täglich 40 Mikrogramm des Hormons Etonogestrel in den Körper ab - genug, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Oberschleißheim - Das Implantat verhindert den Eisprung und beeinflusst nach Angaben der Vertriebsfirma Nourypharma aus Oberschleißheim nicht die natürliche Östrogen-Produktion des Körpers. Das Stäbchen ist einem Bericht der in Neu-Isenburg erscheinenden "Ärzte Zeitung" zufolge 4 mal 0,2 Zentimeter groß und enthält 68 Milligramm des Gelbkörperhormons Etonogestrel. Die Abgabe an Frauen ist ausschließlich über Gynäkologen vorgesehen. Derzeit würden in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Frauenärzte bereits Fachärzte geschult, so ein Unternehmenssprecher. Die Kosten für das neue Verhütungsverfahren sollen nicht höher sein als bei der Einnahme einer Anti-Baby-Pille über den Zeitraum von drei Jahren hinweg.

In einer Studie wurde Implanon weltweit an 2362 Frauen getestet. Keine von ihnen sei schwanger geworden. Knapp 30 Prozent der Frauen hätten das Hormonstäbchen allerdings vor Ablauf des dritten Jahres wieder entfernen lassen, weil sie schwanger werden wollten oder Nebenwirkungen wie verstärkte Blutungen auftraten. Das Präparat gelte insgesamt aber als gut verträglich.

Die Entfernung dauere unter lokaler Betäubung drei Minuten, danach ist die Empfängnisbereitschaft wieder wie vor der Implantation.

Implanon wird seit November 1999 in Österreich und in der Schweiz eingesetzt. In Deutschland soll das Präparat ab April oder Mai erhältlich sein.

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