Vermeintliche Spuren am Meeresgrund US-Behörde radiert Atlantis aus

Viele Nutzer von Google Earth staunten: Am Meeresgrund vor den Kanaren hatten sie rechteckige Gitterlinien entdeckt. Waren das die Siedlungsspuren des untergegangen Atlantis? Nun verraten Wissenschaftler, was es mit den mysteriösen Spuren auf sich hat.

Erstaunliche Linien am Ozeanboden: "Wir erwarten nun weniger Anfragen"
Scripps Oceanography

Erstaunliche Linien am Ozeanboden: "Wir erwarten nun weniger Anfragen"


Hamburg - Zahlreiche E-Mails seien eingetroffen, die aufgeregt von Siedlungsspuren am Meeresgrund orakelt hätten, berichtet die Behörde für Wetter- und Meeresforschung der USA (NOAA). Beim Surfen mit Google Earth waren den Leuten Kerben am Meeresgrund nahe der Kanarischen Inseln im Atlantik aufgefallen. Waren das die Spuren des legendären Staates Atlantis, der einst untergegangen sein soll, wie der Philosoph Platon vor mehr als 2000 Jahren berichtete?

Tatsächlich gab es dort am Meeresboden erstaunliche geometrische Spuren, rechteckige Gitterlinien, die kaum als natürliches Phänomen gedeutet werden konnten. Und nun bestätigt die NOAA: Die Spuren sind tatsächlich menschengemacht. Allerdings seien sie nicht am Meeresboden zu finden, sondern allein in den Daten von Google-Earth. Es handelt sich um ein Artefakt.

Die Linien würden bei der Vermessung des Ozeanbodens erzeugt: Von Schiffen aus senden Forscher Schallwellen zum Grund, die Erhebungen nachzeichnen und so ein Bild des Bodens liefern. Die Linien zeigten die Spur eines dieser Schiffe. Würden mehrere Karten des Meeresbodens für die Digitalisierung übereinandergelegt, würden die Spuren mitunter sichtbar.

Mittlerweile seien die Daten aber neu eingespeist worden, berichtet die NOAA. "Die Gitterlinien sind verschwunden, und damit auch Atlantis - mal wieder", teilt die Behörde mit. Nun seien auf Google Earth die Daten zu finden, mit denen Wissenschaftler arbeiteten. "Wir erwarten nun weniger Anfragen bezüglich der mysteriösen Unterwasser-Zivilisation", schreibt die NOAA, "obwohl wir wissen, das viele weiter danach Ausschau halten werden".

Immer wieder erregen rätselhafte Unterwasserobjekte Aufsehen. Vor kurzem hatten Taucher in der Ostsee ein rundes Etwas aufgespürt, das sogar die Phantasie von Südkoreanern beschäftigte. Es handelte sich um ein Ufo, berichtete die Zeitung "Korea Times". Es stamme von einem Planeten namens Gootan und sei verlassen vorgefunden worden.

boj

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insgesamt 20 Beiträge
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nixda 10.02.2012
1. Verschwörung
Da ist sicher eine Verschwörung im Gange. Dabei ist doch ganz klar die Matrix zu erkennen.
MarkusW77 10.02.2012
2. ?
Zitat von sysopScripps OceanographyViele Nutzer von Google-Earth staunten: Am Meeresgrund vor den Kanaren hatten sie rechteckige Gitterlinien entdeckt. Waren das die Siedlungsspuren des untergegangen Atlantis? Nun verraten Wissenschaftler, was es mit den mysteriösen Spuren auf sich hat. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,814497,00.html
1. Ist die Meldung schon ein oder zwei Jahre alt und zweitens ist es doch interssant, warum ausgerechnet so viele Linien auf einer Stelle ntstanden sind, während es die an anderen Stellen so gut wie gar nicht gibt....
KardinalLandrut 10.02.2012
3. Ja,
Zitat von MarkusW771. Ist die Meldung schon ein oder zwei Jahre alt und zweitens ist es doch interssant, warum ausgerechnet so viele Linien auf einer Stelle ntstanden sind, während es die an anderen Stellen so gut wie gar nicht gibt....
Und warum die Erklärung "Artefakte" inzwischen zur Lieblingserklärung geworden ist. Damit kann man eigentlich alles wegerklären... Die meisten schlucken es ohne einen Gedanken um ja nicht ansatzweise in die böse Richtung von "Verschwörungstheoretikern" zu kommen. Same Procedure...
erwachsener 10.02.2012
4. ship tracks
Zitat von MarkusW771. Ist die Meldung schon ein oder zwei Jahre alt und zweitens ist es doch interssant, warum ausgerechnet so viele Linien auf einer Stelle ntstanden sind, während es die an anderen Stellen so gut wie gar nicht gibt....
Wie im Artikel beschrieben handelt es sich um die Spuren von Schiffen, die mit Sonar den Meeresboden vermessen haben. Solche Kampagnen sind sehr aufwendig und teuer und werden nur an Stellen gemacht, an denen entweder wissenschaftliches Interesse (geologie, tektonik) oder wirtschaftliches (Erdöl beispielsweise) besteht. Daher gibts das nicht überall. Der größte Teil der Meeresbodentopographie von Google beruht auf der Auswertung von Schwerefelddaten von Satelliten, nur stellenweise gibt es Sonardaten. Da diese genauer sind zeichnen sie sich im Datensatz als Linien ab. Natürlich wäre auch ein geheimgehaltenes Atlantis ein Grund für eine Sonarkampagne ;-) Aber die Daten würden dann nicht in einen öffentlich zugänglichen Datensatz eingehen.
MarkusW77 10.02.2012
5. thx
Zitat von erwachsenerWie im Artikel beschrieben handelt es sich um die Spuren von Schiffen, die mit Sonar den Meeresboden vermessen haben. Solche Kampagnen sind sehr aufwendig und teuer und werden nur an Stellen gemacht, an denen entweder wissenschaftliches Interesse (geologie, tektonik) oder wirtschaftliches (Erdöl beispielsweise) besteht. Daher gibts das nicht überall. Der größte Teil der Meeresbodentopographie von Google beruht auf der Auswertung von Schwerefelddaten von Satelliten, nur stellenweise gibt es Sonardaten. Da diese genauer sind zeichnen sie sich im Datensatz als Linien ab. Natürlich wäre auch ein geheimgehaltenes Atlantis ein Grund für eine Sonarkampagne ;-) Aber die Daten würden dann nicht in einen öffentlich zugänglichen Datensatz eingehen.
na, das hab ich zB bisher nicht gewusst, da es auch in keinem (auch nicht in den älteren Berichten) stand. Schön erklärt. Vielen Dank.
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