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Verräterische Mimik: Gesicht überführt Sex-Abenteurer

Das Gesicht verrät, wie offen ein Mann oder eine Frau für eine Affäre ist. Das schließen britische Forscher aus einer Studie mit 700 Teilnehmern. Die subtilen Signale der fotografierten Testpersonen würden meist richtig interpretiert.

Gesichter offenbaren eine Menge. Im Laufe der Evolution haben die Menschen gelernt, jede auch noch so feine Regung eines Gegenübers binnen kürzester Zeit zu interpretieren. Was will der Fremde? Das Fleisch vom Spieß, einen Plausch am Feuer oder gar die eigene Frau?

Gemittelte Gesichter: Offen für Langzeitbeziehung (links) oder One-Night-Stands (rechts)
boothlab.org

Gemittelte Gesichter: Offen für Langzeitbeziehung (links) oder One-Night-Stands (rechts)

Das Gesicht verrät jedoch nicht nur Angst, Freude oder Unsicherheit. Nach Meinung britischer Forscher lässt sich daran auch ablesen, wie offen jemand für einen Flirt und mehr ist. In einer Studie der University of Durham konnten junge Männer und Frauen beim Anschauen von Fotos gut einschätzen, ob die abgebildete Person sexuellen Abenteuern zugeneigt sein könnte oder eine langfristige Beziehung bevorzugt.

Lynda Boothroyd und ihre Kollegen präsentierten Männern und Frauen Fotos, auf denen Gesichter des jeweils anderen Geschlechts abgebildet waren. Neben der Attraktivität sollten die Teilnehmer einschätzen, ob die Personen grundsätzlich zu kurzen Affären bereit seien. Die Mehrheit der Teilnehmer habe die Haltung der Abgebildeten richtig eingestuft, schreiben die Forscher im Fachblatt "Evolution and Human Behavior".

Während Männer die als sexuell offen eingeschätzten Frauen attraktiver fanden, interessierten sich Frauen mehr für jene Männer, die nach ihrer Meinung stabile Partnerschaften bevorzugen. Dagegen stuften sie die besonders maskulin wirkenden Männer mit kantigem Kiefer, großer Nase und kleinen Augen als eher untreu ein.

Das Team von Boothroyd arbeitete im ersten Teil der Studie mit Bildern, die mit einer Fotobearbeitungssoftware generiert worden waren. Die Forscher hatten Männer und Frauen fotografiert und nach ihren sexuellen Vorlieben befragt. Dann erstellten sie pro Geschlecht zwei Bilder mit gemittelten Gesichtszügen - jeweils aus den Personen, die sich als offen für Affären oder als interessiert an langfristigen Beziehungen ausgegeben hatten. Anschließend mussten die Testteilnehmer entscheiden, wie sie diese Durchschnittsgesichter einschätzen.

Um die Fähigkeiten im Gesichterlesen unter realistischeren Bedingungen zu testen, zeigten die Forscher im zweiten Teil der Studie anderen Testpersonen unbearbeitete Fotos von 50 Personen, die zuvor in Fragebögen über ihr Sexualleben Auskunft gegeben hatten. Auch hier konnten die Probanden meist identifizieren, welche Art der Bindung die Abgebildeten bevorzugten.

"Das ist wirklich die erste Studie, die zeigt, dass Menschen für subtile Signale des Gesichts sensibel sind, wenn es um die Art der Beziehung geht", sagte Ben Jones von der University of Aberdeen der Zeitung "The Times". Völlig neuartig ist die britische Studie freilich nicht. Vor zwei Jahren hatten US-Forscher berichtet, dass Frauen kinderliebe Männer am Gesicht erkennen können. Auch hier spielten kantige Kiefer eine wichtige Rolle.

hda/AP

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