Verrückte Experimente Wenn Forscher Crash-Test-Dummy spielen

Wissenschaft abgedreht: Können Einjährige Rollschuhlaufen lernen? Riecht der Mensch in Stereo? Kann eine Maschine kitzeln? Der Schweizer Journalist Reto Schneider beschreibt in seinem neuen Buch absurde Experimente, die zum Teil Wissenschaftsgeschichte geschrieben haben.


Forschen ist ein mühsames Geschäft. Abgesehen von der Mathematik und den Geisteswissenschaften, wo mitunter ein Blatt Papier und ein Stift ausreichen, muss jede Aussage in einem Experiment bewiesen werden. Weil Wissenschaftler aber auch mal seltsame Fragen stellen, nehmen Experimente mitunter bizarre Züge an.

2006 schickten beispielsweise Forscher der University of California in Berkeley 32 Freiwillige mit verbundenen Augen auf eine Wiese. Die Probanden sollten eine zehn Meter lange Duftspur erschnüffeln - wie ein Spürhund. Das Ergebnis des Experiments: Der Mensch kann tatsächlich in Stereo riechen. Ähnlich absurd erscheint die Frage, die sich 1994 ein US-Wissenschaftler stellte: Kann eine Maschine kitzeln? Versuche mit einem eigens konstruierten Kitzelroboter brachten die eindeutige Antwort: Ja, sie können.

Einen Nobelpreis gewinnt man mit derart schrägen Untersuchungen eher nicht - womöglich aber den sogenannten Ig-Nobelpreis. Der wird seit 1993 verliehen und sorgt seitdem immer wieder für Schlagzeilen. Für die Erkenntnis, dass ein Gorilla-Kostüm Männer unsichtbar macht, gab's den Spaßnobelpreis, ebenso wie für die Entdeckung, dass Cola Spermien tötet.

Der Schweizer Wissenschaftsjournalist Reto Schneider hat jetzt ein neues Buch über die wenig bekannten Absurditäten des Forscherlebens veröffentlicht. "Das neue Buch der verrückten Experimente" vereint Artikel, die in "NZZ Folio" erschienen sind, mit neuen Texten. Hunde, Babys, Kleinkinder - sie alle mussten im Dienste der Forschung antreten. Manches Experiment würden Wissenschaftler heutzutage wohl aus ethischen Gründen ablehnen - aber in den fünfziger Jahren galten noch andere Maßstäbe. Mehr als hundert Geschichten enthält das Buch. SPIEGEL ONLINE präsentiert drei Texte und zeigt zusätzlich Videos der Experimente - viel Spaß beim Lesen!



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