Waldbrände in Kalifornien Die mühsame Suche nach dem ersten Funken

Bei den Waldbränden in Kalifornien sind mindestens 65 Menschen gestorben. Brandermittler versuchen herauszufinden, wie die Feuer entstanden sind. Wie geht das und wie hoch sind die Erfolgschancen?

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Gleich mehrere große Brände haben in Nord- und Südkalifornien Dutzende Menschen das Leben gekostet, Hunderte werden noch vermisst. Dazu beigetragen hat auch die große Trockenheit in der Region in diesem Herbst. Durch sie konnten sich die Feuer rasant über Hunderte Quadratkilometer Wald ausbreiten. Doch Dürre allein entfacht kein Feuer.

Nun beginnt die Suche nach dem Auslöser der Katastrophe. Was hat den Brand erzeugt? Wo ist der erste Funke übergesprungen? Infrage kommt eine Vielzahl von Möglichkeiten, zum Beispiel:

  • Blitzschlag,
  • eine herabgestürzte Stromleitung,
  • offene Feuer - etwa ein Grill oder glimmende Zigaretten -,
  • heiße Oberflächen wie Herdplatten,
  • Abgasrohre von Öfen
  • oder Halogenstrahler, die sich in Betrieb aufheizen.

"Geprüft wird auch, ob jemand ein Feuer gelegt hat", ergänzt der deutsche Brandsachverständige Wolfgang Lang aus Elz bei Limburg an der Lahn.

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Waldbrände in Kalifornien: Auf Spurensuche

Experten sammeln zunächst alle verfügbaren Informationen zu einem Brand, um seine Entstehungsregion einzugrenzen. "Es ist deutlich leichter, eine Brandursache im Umkreis von 10 Metern zu finden als im Umkreis von 10 Quadratkilometern", so Lang. Also werten die Experten Satellitenbilder und Videos aus, befragen Zeugen.

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Wo wurde das Feuer als erstes bemerkt? Wie könnte es sich ausgebreitet haben? Wie stand der Wind zur fraglichen Zeit? Die Experten müssen den Film der Ereignisse gewissermaßen rückwärts abspulen.

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Eine mögliche Brandursache nach der anderen von der Liste streichen

Haben sie den Entstehungsbereich eingegrenzt, schließen sie nach und nach alle infrage kommenden Brandursachen aus. Auch dabei helfen Befragungen: Haben zu der Zeit in der Region Menschen gegrillt, hat jemand geraucht? Wurden irgendwo brennbare Flüssigkeiten gelagert?

Außerdem sehen sich die Ermittler den Brandort genau an, klären zum Beispiel die Frage, welche dort noch zu findenden Gegenstände nur verrußt sind - und welche tatsächlich vom Feuer erfasst wurden. Dabei hängt es auch vom Ausmaß und der Temperatur eines Feuers ab, wie viel übrig ist - und vom Vorgehen der Feuerwehr.

So kann es passieren, dass beim Löschen wichtige Spuren verschwinden - etwa der Brandschutt davonschwimmt. Dabei könnte der den Ermittlern zum Beispiel verraten, ob Brandbeschleuniger im Einsatz waren und Brandstiftung infrage kommt. Letztlich haben die Löscharbeiten aber immer Vorrang gegenüber der Brandspurensicherung.

"Für uns ist die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ganz wichtig", sagt der Brandermittler Sebastian Hergesell aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt. "Im Idealfall rekonstruiert man das Geschehen sogar mit den Kameraden zusammen."

Was ist Ursache, was ist Folge des Feuers?

Am Brandort müssen die Experten abgrenzen, was als Ausgangspunkt eines Feuers infrage kommt, und was schlicht den Flammen zum Opfer gefallen ist. "Ein Buch, zum Beispiel, kann nicht von alleine anfangen zu brennen", sagt Brandgutachter Christian Wittenzellner vom süddeutschen Unternehmen Xintecon.

Ob etwa ein Blitz Schuld an einem Feuer gewesen sein könnte, lässt sich mithilfe von Beobachtungsdaten klären. Messnetze erfassen, wann und wo ein Einschlag stattgefunden hat.

Ob eine herabgestürzte Stromleitung als Ursache infrage kommt oder nur die Folge des Brandes war, verraten die Daten der Netzbetreiber. Gab es in der Region einen Spannungsabfall oder einen Stromausfall, als das Feuer entstand? Kann beides ausgeschlossen werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass menschliches Verhalten der Brandauslöser war.

Die Arbeit ist mühsam und egal wie akribisch die Brandermittler vorgehen - oft bleiben sie ein definitives Ergebnis schuldig. "Nur in etwa einem Drittel der Fälle lässt sich eine Ursache am Ende ganz eindeutig bestimmen", sagt Brandexperte Wittenzellner. "Das liegt daran, dass das Feuer die Spuren seiner Entstehung verändern und vernichten kann."



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Actionscript 16.11.2018
1. Stromausfall
PG&E, der Stromlieferant musste zugeben, dass es 15 Minuten vor Ausbruch des Brandes einen Stromausfall gegeben hatte. Dies könnte die Brandursache für das Camp Fire in Paradise gewesen sein.
P-Schrauber 16.11.2018
2. Eine Möglichkeit ...
Nicht nur einmal sondern direkt vor den Ausbrechenden Feuern an 10 verschiedenen Orten entlang deren oberirdisch verlegen Stromleitungen. Die Firma wurde bereits erfolgreich wegen mangelndem Rückschnitt entlang deren Leitungen verklagt. Trotzdem halte ich das für nur eine Möglichkeit, denn bereits eine gekrümmte Glasscherbe kann entsprechende Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung mit passenden Einfallswinkel (flach) voraus gesetzt ein mühelos ein Feuer entfachen.
latortuga 17.11.2018
3. Venturi Effekt
Bin der gleichen Meinung wie @P-Schrauber, ohne PG&E hier in Schutz nehmen zu wollen. Ein Funke reicht schon, wer im Herbst in Cali ist, kennt die starken Santa-Ana Winde, die den Venturi-Effekt mit sich bringen. Ich empfehle hierzu eine veranschaulichende Grafik, die vor fünf Jahren in der LA Times veröffentlicht worden ist. http://graphics.latimes.com/storyboard-la-me-santa-ana-wildfires-SB/ (Die Grafik ist auch ohne Proxy-Server aufrufbar. Die LA Times blockt leider seit diesem Jahr aufgrund des EU Datenschutzes europäische IP-Adressen.)
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