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Südpolarmeer: Australien will Japans Walfänger per Flugzeug überwachen

Walfang: Kampf auf hoher See Fotos
AP/The Institute of Cetacean ResearchAP

Die australische Regierung klagt zurzeit gegen japanische Walfänger. Nun will sie die Flotte aus der Luft beobachten, vorgesehen ist ein Airbus mit Zoll- und Grenzschützern an Bord. Australiens Umweltminister: "Sie sollen wissen, dass die Welt zuschaut."

Sydney/Tokio - Die japanischen Walfänger sind in See gestochen, um in der Antarktis zu jagen. Sie werden nicht allein sein. Die australische Regierung hat angekündigt, die Schiffe mit einem Flugzeug zu überwachen.

Umweltminister Greg Hunt sagte am Sonntag, ein Airbus A-319 mit Vertretern der australischen Zoll- und Grenzschutzbehörde an Bord solle vor allem Zusammenstöße zwischen japanischen Walfängern und militanten Tierschützern verhindern. Die Crew solle "die Ereignisse auf hoher See dokumentieren" und sicherstellen, dass es keine "Konflikte" gebe, sagte der Minister. Beide Seiten sollten sich darüber im Klaren sein, "dass die Welt zuschaut".

Denn die militante Tierschutzorganisation Sea Shepherd hat angekündigt, die Aktivitäten der Walfänger wie in den Vorjahren zu stören. Die Tierschützer und die Walfänger werfen sich gegenseitig vor, wiederholt die Schiffe der Gegenseite gerammt zu haben. Im Februar dieses Jahres sind Walfänger und Umweltschützer im Südpolarmeer kollidiert. 2010 war dabei ein Schnellboot der Walfang-Gegner, die "Ady Gil", gesunken.

In diesem Jahr hat Sea Shepherd vier Schiffe, einen Hubschrauber, drei unbemannte Drohnen und mehr als hundert Mann Besatzung im Einsatz. Die Walfänger seien Kriminelle - und man würde sie auch als solche behandeln, sagte Peter Hammarstedt, der Kapitän des Sea-Shepherd-Schiffs "Bob Barker", im November gegenüber "Japan Daily Press".

Mit der Begründung, dass die Jagd wissenschaftlichen Zwecken diene, nutzt Japan ein Schlupfloch in dem seit 1986 bestehenden Moratorium für den kommerziellen Walfang. Doch das Walfleisch wird in Japan verkauft - obwohl es nach Angaben der Internationalen Walfangkommission wegen hoher Schadstoffbelastung sogar als gesundheitsgefährdend gilt.

Nach Angaben der japanischen Fischereibehörde sollen von Januar bis März bis zu 935 Zwergwale und bis zu 50 Finnwale gefangen werden. Offiziellen Angaben zufolge befinden sich auch Beamte der japanischen Küstenwache an Bord, um die Walfänger vor möglichen Angriffen durch Aktivisten zu schützen.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt derzeit über eine Klage Australiens gegen das japanische Walfang-Programm. Nach Ansicht der Kläger betreibt Japan kommerziellen Walfang und verletzt damit internationales Recht. Die Anhörungen fanden im Juni und Juli statt. Mit einer Entscheidung wird Anfang 2014 gerechnet.

kgp/AFP/dpa

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insgesamt 113 Beiträge
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1. Sinnvoll
reever_de 22.12.2013
Hier wäre doch Drohnentechnik mal sinnvoll eingesetzt ...
2.
neu_ab 22.12.2013
So sehr ich die Japaner auch achte, so sollten sie die Finger von den Walen lassen. Das Beharren auf Walfang ist heute nicht mehr zeitgemäss. Selbiges gilt auch für Norwegen.
3. Hut ab!
ybao 22.12.2013
Ich finde es super das Sea Shepherd schon seit Jahren aktiv was gegen diese Walfänger unternimmt. Und das mit freiwilligen aus vielen unterschiedlichen Nationen. Ich selbst bin schon seit längerem ein Sea Shepherd Sympatisant unteranderem auch, da sie ihre Aktionen die ganze Zeit von einem Kamerateam filmen lassen und dies dann veröffentlichen (Whale Wars). Hut ab vor Paul Watson und seiner Crew!
4.
gruenertee 22.12.2013
top! Daumen hoch! Super Australien. Der Witz ist, dass der Walfang für Japan seit Jahren ein Minusgeschäft ist und der einzige Grund für das Töten der Wale Tradition und die asiatische Mentalität ist.
5. schlimm!
ziegenzuechter 22.12.2013
was soll diese stimmungsmache gegen japan? der fang von walen fuer forschungszwecke ist voellig legal. nichts anderes macht japan. die wissenschaftlichen erkenntnisse die aus dem fang resultieren werden auf der ganzen welt von wissenschaftlern und forschern benoetigt.
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