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Ägypten: Seltene Wandmalereien in Steinbruch entdeckt

Wandmalerei aus Ägypten: Vermutlich 1508 bis 1458 vor Christus entstanden Zur Großansicht
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Wandmalerei aus Ägypten: Vermutlich 1508 bis 1458 vor Christus entstanden

In einem Steinbruch in Ägypten haben Forscher Wandmalereien entdeckt, die mehr als 3500 Jahre alt sind. Eine von ihnen zeigt den Götterkönig Amun-Re gemeinsam mit Mondgott Thot - eine Seltenheit.

In einem Steinbruch in Südägypten sind mehr als 3500 Jahre alte Wandgemälde der Götter Amun-Re und Thot entdeckt worden. Ein schwedisches Archäologen-Team fand die Kunstwerke in einem Steinbruch nördlich der Stadt Assuan, etwa 850 Kilometer von Kairo entfernt.

Aus dem Steinbruch wurden die Steine für einige der bedeutendsten Pharaonen-Tempel geliefert. Auf der nun entdeckten Abbildung sind der "König der Götter" Amun-Re und der ibisköpfige Mondgott Thot gemeinsam dargestellt, wie das ägyptische Antiken-Ministerium mitteilte. Das sei eine Seltenheit, sagte ein Ministeriumsmitarbeiter.

Eingang zum Steinbruch: Von hier wurden Steine für Pharaonen-Tempel geliefert Zur Großansicht
AFP/ SCA

Eingang zum Steinbruch: Von hier wurden Steine für Pharaonen-Tempel geliefert

Die schwedischen Forscher von der Universität Lund fanden in dem Steinbruch noch weitere Wandmalereien, wie Chefarchäologin Maria Nilsson mitteilte. Eine zeigt den Abtransport zweier Obelisken, ein weiteres eine Sphinx. Die Werke stammen vermutlich aus der 18. Dynastie der Königin Hatschepsut von 1508 bis 1458 vor Christus.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass die Wandmalereien mehr als 2500 Jahre alt sind. Genauer muss es heißen "mehr als 3500 Jahre", wenn man davon ausgeht, dass sie zwischen 1508 und 1458 vor Christus entstanden sind. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

jme/AFP

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.


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