Rätsel der Woche Wie entfesselt

Zwei Gefangene sind mit zwei Stricken zusammengefesselt. Doch es gibt einen Trick, mit dem sie sich voneinander lösen können. Wie gelingt die Befreiung?

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Von und (Grafik)


Ein Rätsel erfordert normalerweise vor allem Hirnschmalz, beim heutigen sind zusätzlich Ihre Arme und Hände gefragt. Die Aufgabe fällt in den Bereich der Topologie. In diesem Teilgebiet der Mathematik geht es um Strukturen, deren Eigenschaften sich trotz Verformung nicht ändern. Topologisch gesehen ist beispielsweise eine Tasse identisch mit einem Ring - beide haben nämlich jeweils genau ein Loch. Bei der Tasse ist es am Henkel, beim Ring stecken wir unseren Finger hindurch.

Das Problem, um das es hier geht, ist ein Entfesselungstrick. Sie benötigen zwei etwa einen Meter lange Seile und eine zweite Person. Bei sich selbst und bei ihrem Partner binden Sie jeweils einen Strick um beide Handgelenke, sodass beiden Hände miteinander verbunden sind. Achtung: Machen Sie die Schlingen weder zu eng noch zu locker. Man sollte sie nicht über die Hand schieben können.

Wichtig ist, dass Sie vor dem Schließen des letzten Knotens darauf achten, dass die beiden Seile umeinander geführt sind, sodass Sie und Ihr Partner aneinander gefesselt sind - siehe Zeichnung oben.

Ihre Aufgabe ist nun, sich von ihrem Partner zu befreien. Dabei dürfen Sie weder einen Knoten lösen noch eine geschlossene Schlinge über ein Handgelenk schieben oder ein Seil zerschneiden. Kann das Kunststück gelingen?

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StonyBrook 24.03.2018
1. Mein erster Gedanke:
Da müsste man schon die Handschlaufen nutzen, ohne die sind das topologisch ja nur zwei Ringe. So wars dann auch, aber "nicht zu eng und nicht zu locker" ist eine sehr vage Umschreibung dafür, dass der Platz ausreichen muss, um das Band durchzufädeln.
alex300 25.03.2018
2. Topologisch gesehen
wenn zwei Schlaufen miteinander verbunden sind, dann sind es nur zwei verbundenen Schlaufen. Ob eine durch die andere durchgefädelt sei, ist topologisch unbedeutend.
emil_erpel8 25.03.2018
3.
Zitat von alex300wenn zwei Schlaufen miteinander verbunden sind, dann sind es nur zwei verbundenen Schlaufen. Ob eine durch die andere durchgefädelt sei, ist topologisch unbedeutend.
Ja, das Gefasel von "Topologie" war wirklich link und irreführend. In der Topologie ist das Zerschneiden oder lösen von Berührungspunkten eben gerade nicht erlaubt. Genau das macht die Lösung und hat daher mit Topologie nichts zu tun. Im Endeffekt lagen da bloß vier Kurven frei im Raum, ohne sich (untrennbar) zu berühren. Mit demselben Recht hätte man einen Knoten öffnen können.
joachim.stiller 25.03.2018
4. Einfacher Entfesselungstrick
Rotes Band von hinten unter linker blauer Handgelenksschlaufe durchziehen, dann um ds Handgelent ziehen und wieder aus der linken blauen Hangelenksschlaufe rausziehen unb Befreiung bzw. Entfesselung ist augenblicklich geschehen...
chris1965 25.03.2018
5.
Zitat von emil_erpel8Ja, das Gefasel von "Topologie" war wirklich link und irreführend. In der Topologie ist das Zerschneiden oder lösen von Berührungspunkten eben gerade nicht erlaubt. Genau das macht die Lösung und hat daher mit Topologie nichts zu tun. Im Endeffekt lagen da bloß vier Kurven frei im Raum, ohne sich (untrennbar) zu berühren. Mit demselben Recht hätte man einen Knoten öffnen können.
Es geht hier um zwei Objekte (die Gefangenen), die aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilobjekten bestehen (Körper + Schlinge). Körper und Schlinge sind als berührungsfrei anzusehen, sie können aber nicht voneinander getrennt werden. Die Knoten sind als nicht existent anzusehen, können also nicht geöffnet werden. Der Zusammenhang mit der Topologie besteht darin, dass die gefesselten und entfesselten Objekte zueinander homöomorph sind.
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