Wissenstest: Ungläubige kennen Religionen am besten

Wo wurde Jesus geboren? Wie heißt das erste Buch der Bibel? Menschen, die nicht an Gott glauben, können derlei Fragen am ehesten beantworten. Eine Umfrage in den USA ergab, dass Atheisten und Agnostiker am besten über Religion Bescheid wissen.

Bibel: Christen kennen sie meist weniger gut. Zur Großansicht
DPA

Bibel: Christen kennen sie meist weniger gut.

Washington - Ungläubige in den USA wissen einer neuen Umfrage zufolge am meisten über die Weltreligionen. Bei einer Erhebung des renommierten Demoskopie-Instituts Pew über religiöses Wissen schnitten bekennende Atheisten und Agnostiker am besten ab.

Die Forscher befragten 3412 Erwachsenen in den USA über die Weltreligionen. Atheisten konnten im Durchschnitt 21 von 32 Fragen über Glaubensinhalte, Geschichte und Vertreter von Weltreligionen richtig beantworten. Protestanten hingegen wussten durchschnittlich nur 16 korrekte Antworten, Katholiken nur 14,7. Juden kamen im Schnitt auf 20,5 und Mormonen auf 20,3 richtige Antworten.

Selbst bei Fragen über das Christentum schnitten Ungläubige besser ab als Katholiken und Protestanten. Hier lagen nur Mormonen vor den Agnostikern und Atheisten.

Unter den Bürgern der USA, deren Mehrheit sich zum Christentum bekennt, wurden in der Umfrage deutliche Wissenslücken über die eigene Religion erkennbar. Insgesamt wussten nur 71 Prozent der Befragten, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde. Nur 63 Prozent waren in der Lage, das Buch Genesis korrekt als erstes Buch der Bibel zu benennen.

Einige Fragen der Erhebung können Interessierte auf der Seite des Pew Instituts selber lösen (auf Englisch).

boj/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 699 Beiträge
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1.
aintnostyle 30.09.2010
Zitat von sysopWo wurde Jesus geboren? Wie heißt das erste Buch der Bibel? Menschen, die nicht an Gott glauben, können derlei Fragen am ehesten beantworten. Eine Umfrage in den USA ergab, dass Atheisten und Agnostiker am besten über Religion Bescheid wissen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,720441,00.html
Kenne deine Feinde?
2. warum wohl
felisconcolor 30.09.2010
man kann sich nur mit Themen auseinander setzen von denen man Ahnung hat, viel Ahnung. Um dann zum letzendlichen Schluss zu kommen. Leute die meinen sie wüssten alles und wollen das agressiv missionieren, kenne nur ein paar Schlagworte diese immer wieder mantraartig wiederholen. Das ist kein Wissen das ist Dummheit
3. .
moricsala, 30.09.2010
Zitat von aintnostyleKenne deine Feinde?
Einen guten Witz kann man sich immer am leichtesten merken.
4. Die schmeichelhafteste Schlussfolgerung...
nanokain 30.09.2010
... müsste demnach sein, Religion fördert Ignoranz und Unwissenheit nicht nur gegenüber anderen Religionen, sondern auch gegenüber der eigenen. Und da der freie Geist also im Schnitt weniger durch Religionen und Doktrinen behindert wird, scneiden die "Ungläubigen" am besten ab. Eigentlich keine Überraschung. Man muss sich ja nur die Nachrichten ansehen um darauf zu kommen...
5. ...
Celegorm 30.09.2010
Zitat von aintnostyleKenne deine Feinde?
Guter Punkt..;) Wobei es wohl noch andere Aspekte gibt. Erstens zeigen andere Studien ja immer wieder eine gewisse negative Korrelation zwischen Religiosität und Bildungsstand, und da die Fragen primär in den Bereich "Allgemeinwissen" fallen, ist das Ergebnis eigentlich logisch. Ausserdem ist das Phänomen wohlbekannt, dass viele Gläubige letztlich kein tiefergehendes Wissen von ihrem Glauben besitzen und sich diesen vielmehr aus Wunschdenken und Hörensagen zurecht "basteln". Was dann halt dazu führt, dass der Glauben zu einem halbgaren Konstrukt verkommt, das primär der eigenen Ideologie zu dienen hat. Insofern ist das Ergebnis eigentlich alles andere als überraschend.
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Atheismus und Religion
Evolution und göttliche Schöpfung
AFP
Als Charles Darwin 1859 mit seinem Buch "Die Entstehung der Arten" ("On the Origin of Species") die Evolutionslehre begründete, revolutionierte er nicht nur die Naturforschung. Er versetzte auch den theistischen Religionen einen schweren Schlag: Trete die natürliche Auslese an die Stelle der göttlichen Schöpfung, so die Befürchtung von Kirchenvertretern, könnte sie Gott überflüssig machen.
Kreationismus
Der Kreationismus postuliert, dass das Universum, die Erde und das Leben tatsächlich so entstanden sind wie im Alten Testament beschrieben. Allerdings existieren im Kreationismus verschiedene Strömungen. Weniger radikale Vertreter glauben, dass das Buch Mose nur eine ungefähre Darstellung der Geschehnisse enthalte und nicht wörtlich zu nehmen sei - oder dass die im Alten Testament genannten sechs Tage in Wahrheit viel längere Abschnitte seien, die den in der Wissenschaft geläufigen geologischen Zeitaltern entsprechen. Die Anhänger des Junge-Erde-Kreationismus" " hingegen glauben, dass Gott die Erde und das Leben tatsächlich in sechsmal 24 Stunden erschaffen habe - und zwar vor höchstens 10.000 Jahren.
Intelligent Design
Fundamentalismus im Tarnkleid: Vertreter des Intelligent Design , einer pseudowissenschaftlichen Variante des Kreationismus, sprechen nicht von Gott, sondern von einer übernatürlichen Intelligenz hinter allen Dingen. Der Kreationismus wurde von seinen Anhängern in den USA vor allem aus juristischen Gründen in Intelligent Design umbenannt, da US-Gerichte mehrfach religiöse Lehren an staatlichen Schulen untersagt hatten. Unter dem neuen Etikett preisen Anhänger ihren Glauben als gleichwertige Theorie neben der Evolutionslehre. Dabei machen sie sich zunutze, dass der Begriff "Theorie" in der Umgangssprache eher die Bedeutung einer bloßen Vermutung hat. In der Wissenschaft aber verlangt eine Theorie nach Forschung, Beweisen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Das Hauptargument der Intelligent-Design-Anhänger gegen die Evolutionstheorie lautet, dass die heute existierenden Lebewesen zu komplex seien, als dass sie durch natürliche Auslese hätten entstehen können. Auch die sogenannte Kambrische Explosion vor rund 540 Millionen Jahren sei nur mit dem Eingriff eines höheren Wesens zu erklären. Damals kam es zu einem dramatischen Anstieg der Artenvielfalt innerhalb von nur 40 bis 50 Millionen Jahren.
Weltweite Verbreitung der Religion
Der Glaube an die göttliche Schöpfung ist weit verbreitet - wenn auch nicht so weit, wie manche Kreationisten gern behaupten. Im August 2006 haben US-Forscher im Fachblatt "Science" Umfragen der vergangenen 20 Jahre in den USA, Japan und 32 europäischen Staaten untersucht. Das Ergebnis: In Island, Dänemark, Schweden, Frankreich und Japan glauben jeweils weniger als 20 Prozent der Bevölkerung an eine göttliche Schöpfung. Deutschland lag auf Platz zehn mit einer Evolutionsakzeptanz von etwas über 70 Prozent. 22 Prozent glaubten an eine göttliche Schöpfung, der Rest war unsicher. Die USA landeten auf dem vorletzten Platz - vor der Türkei. Nur 40 Prozent glauben in den USA an die Evolutionstheorie, 39 Prozent an die biblische Schöpfung - mit einer Tendenz zugunsten der Religion.

Wie problematisch solche Umfragen aber sind, zeigen schon die vielen unterschiedlichen Erhebungen in den USA: Je nachdem, wie die Fragen gestellt wurden, rangierte der Anteil der Schöpfungsgläubigen grob zwischen 45 und 55 Prozent. Rund 30 bis 40 Prozent glaubten, dass eine Evolution zwar stattfinde, aber von Gott beeinflusst werde. Nur rund zehn Prozent der US-Bürger geben in den regelmäßigen Umfragen an, dass Gott überhaupt keine Rolle bei der Entwicklung des Lebens und der Menschen spielt.

Auch in Deutschland brachte eine Emnid-Erhebung von 2005 ein weniger erfreuliches Ergebnis als die "Science"-Studie: Jeder zweite Befragte gab an, eine höhere Macht habe die Erde und das Leben erschaffen. Einen klaren Unterschied gab es zwischen den alten und neuen Bundesländern: Im Osten glauben demnach 35 Prozent, im Westen 54 Prozent an eine schöpferische Macht außerhalb der Naturgesetze. Bei einer Umfrage an der Uni Dortmund stellte sich 2007 heraus, dass sogar jeder achte Lehramtsstudienanfänger an der Evolution zweifelt.
Atheismus
Als Atheismus versteht man die Ablehnung Gottes, einer göttlichen Weltordnung oder auch nur des geltenden Gottesbegriffs. Atheismus ist jedoch nicht unbedingt gleichzusetzen mit Unglauben und zu unterscheiden vom Agnostizismus , der die Frage der Existenz Gottes offen lässt.
Einer der weltweit führenden Neuen Atheisten ist Richard Dawkins .

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Darwins Evolutionslehre: Wie die Natur das Leben lenkt
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Sündenforschung: Strenge Regeln für das Leben