Hippie-Festival Archäologen suchen die Woodstock-Bühne

Auf dem Höhepunkt der Hippie-Ära tanzten 1969 Hunderttausende im Matsch von Woodstock. Fünfzig Jahre später weiß niemand mehr, wo genau Legenden wie The Who auftraten. Archäologen wollen das nun ändern.

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Über den Ort des legendären Woodstock-Festivals ist Rasen gewachsen. Wer heute die Farm im US-Bundesstaat New York besucht, wo die Hippie-Sause von 1969 stattfand, blickt auf eine grüne Weide. Hier spielten Musikgrößen wie Jimi Hendrix, Santana und The Who. 400.000 Menschen tanzten dazu im Matsch.

Das Festivalgelände steht längst im US-Register für historische Orte. Seit den Neunzigerjahren kümmert sich eine gemeinnützige Organisation um den Hügel und betreibt auf dem Gelände ein Woodstock-Museum.

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The Who, Hendrix und Co.: Woodstock ausgraben

Trotzdem kann heute niemand mehr sagen, wo genau die Bühne stand. Denn zum 30-jährigen Jubiläum des Woodstock-Festivals wurde das Gelände umgestaltet, um einer neuen Bühne Platz zu machen. Der Ort, an dem die Bühne von 1969 stand, liegt deshalb nun unter einer dicken Erdschicht begraben - und hier kommen die Archäologen ins Spiel.

"Das Hauptziel unserer Untersuchung ist, den Ort der Bühne zu lokalisieren", sagt Josh Anderson von der Binghamton University, der die Ausgrabung leitet. Die Archäologen haben bereits den Ort wiederentdeckt, wo einst der Maschendrahtzaun an den Seiten der Bühne auf den hölzernen "Friedenszaun" traf, der die 400.000 Fans von der Bühne trennte.

"Wir können das als Bezugspunkt nutzen", sagt Anderson. Die Forscher wollen nun das heutige Gelände mit Fotos von 1969 vergleichen, um so abschätzen zu können, wo die Ecken des Bühnenbereichs lagen.

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Kult-Festival: Matsch, Musik und LSD

Während der Ausgrabungen legen die Archäologen einzelne Quadrate frei, die je einen Meter messen. "Manchmal ist das wie Rätselraten", sagt der Archäologe Paul Brown. "Man hofft, dass man Glück hat."

Während ihrer Arbeit stoßen die Archäologen auch immer wieder auf die Hinterlassenschaften der Festivalbesucher. Zu den häufigsten Funden gehören Glasscherben und die Verschlussringe von Getränkedosen.

Die Archäologen dokumentieren, was sie wo und in welcher Tiefe gefunden haben. Denn auch wenn der alte Abfall nicht wertvoll erscheint, wissen die Archäologen durch ihn, wo genau sich die Erdoberfläche Ende der Sechzigerjahre befand. Das Woodstock-Museum überlegt nun, mit Hilfe der Forschungsergebnisse das Gebiet um die Originalbühne wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen. Vielleicht klappt es noch zum 50. Woodstock-Jubiläum im kommenden Jahr.

Video: Wiederbelebung einer Legende (1994)

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koe/AP



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