Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Versunkene Schiffe, vergessene Sprachen

Von Angelika Franz

Zwei im Ontariosee in Nordamerika versunkene Schiffe sind auch nach 200 Jahren noch extrem gut erhalten. Nun dienen sie immer mehr Muscheln als Heimat. Außerdem in den Archäologie-Meldungen: das Ende der sumerischen Sprache, ein Helm als Urne und Zeichen aus der Altsteinzeit.


Seit zweihundert Jahren blicken ihre leeren Augen geradewegs in die dunklen Tiefen des Ontariosees hinein - und immer noch ist die Galionsfigur des Schoners "Hamilton" in ausgezeichnetem Zustand.

Die "Hamilton" und das Handelsschiff "Scourge" sanken 1813 im Britisch-Amerikanischen Krieg und liegen etwa zehn Kilometer vor der Küste von Port Dalhousie in 90 Metern Tiefe. Nun haben Archäologen am Canadian War Museum in Ottawa die neuesten Untersuchungen der Schiffe präsentiert. Selbst filigrane Schnitzereien wie die Gesichter der Galionsfiguren oder ein Katzenkopf am Kranbalken der "Hamilton" hat das sauerstoffarme Wasser am Boden des Ontariosees hervorragend konserviert. "Die Schiffe sind in einem bemerkenswert gutem Erhaltungszustand. Im Grunde genommen sind sie der Traum eines jedes Archäologen", schwärmte Jonathan Moore, leitender Unterwasserarchäologe von Parks Canada, auf der Präsentation.

Obwohl die ehemaligen Handelsschiffe von der US Navy in den Kriegsdienst gezogen worden waren, sanken sie nicht durch britische Kanonenkugeln. Es war eine heftige Sturmbö, die am 8. August 1813 kurz nach Mitternacht die beiden Schiffe erfasste und unter Wasser drückte. Seitdem liegen sie unberührt auf dem Grund.

Als Denkmal sind die Wracks auch vor Tauchern geschützt. Wie lange sie allerdings noch zu sehen sein werden, ist ungewiss, denn derzeit machen sich Wandermuscheln auf den Schiffsplanken breit. Das war auch einer der Gründe, warum die neuen Vermessungen und Aufnahmen notwendig wurden: Bald schon könnten die Schiffe komplett von einem Muschelteppich bedeckt sein.

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insgesamt 15 Beiträge
Die sumerische Kultur ist wegen Klimawandel untergegangen (hatten wohl schon SUVs). Unsere wird die erste sein, die untergeht, weil sie einen angeblichen Klimawandel verhindern wollte. Da haben Archäologen noch 10'000 Jahre zu [...]
Die sumerische Kultur ist wegen Klimawandel untergegangen (hatten wohl schon SUVs). Unsere wird die erste sein, die untergeht, weil sie einen angeblichen Klimawandel verhindern wollte. Da haben Archäologen noch 10'000 Jahre zu lachen darüber
pfzt 10.12.2012
Der Gedanke kam mir auch als erstes ;) Konflikte um natürliche Ressourcen begleiten die Menschheit vermutlich schon von Anfang an und scheinbar konnte sie noch nie Ursache und Wirkung auseinanderhalten oder richtig deuten. [...]
Zitat von johnnybongounddie5goblinsDie sumerische Kultur ist wegen Klimawandel untergegangen (hatten wohl schon SUVs).
Der Gedanke kam mir auch als erstes ;) Konflikte um natürliche Ressourcen begleiten die Menschheit vermutlich schon von Anfang an und scheinbar konnte sie noch nie Ursache und Wirkung auseinanderhalten oder richtig deuten. Diese zehntausende Jahre alte Hilflosigkeit ist eigentlich grotesk, wenn man bedenkt das "wir" inzwischen zum Mond fliegen.
Emil Peisker 10.12.2012
Klimawandel ist keine natürliche Ressource. Und lachen wird da niemand drüber. Die Ursachen des anthropogenen Klimawandels sind bekannt, und nur ganz ignorante Zeitgenossen leugnen das. Hilflosigkeit gegenüber den [...]
Zitat von pfztDer Gedanke kam mir auch als erstes ;) Konflikte um natürliche Ressourcen begleiten die Menschheit vermutlich schon von Anfang an und scheinbar konnte sie noch nie Ursache und Wirkung auseinanderhalten oder richtig deuten. Diese zehntausende Jahre alte Hilflosigkeit ist eigentlich grotesk, wenn man bedenkt das "wir" inzwischen zum Mond fliegen.
Klimawandel ist keine natürliche Ressource. Und lachen wird da niemand drüber. Die Ursachen des anthropogenen Klimawandels sind bekannt, und nur ganz ignorante Zeitgenossen leugnen das. Hilflosigkeit gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels tritt dann ein, wenn die Ursachen wegen kleingeistiger und kurzsichtiger Egoismen nicht bekämpft werden. Die Leugner des Klimawandels sind allerdings nicht die Durchblicker, oder die Klügsten: In Potsdam, im Einstein-Wissenschaftspark auf dem Telegrafenberg, sitzt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vor seinem Rechner und seufzt. »Im Internet gibt es inzwischen eine Vorherrschaft der Klimaskeptiker«, sagt er. »Dort kann ein Laie kaum noch vernünftig recherchieren.« Skeptiker gebe es zwar, seit er Klimaforschung mache, »aber im letzten Jahr sind sie in die seriösen Medien durchgebrochen.« Tatsächlich kann das Bezweifeln der Erderwärmung für Unternehmen mit klimaschädlichen Produkten ein bequemer Ausweg aus der Rechtfertigungsfalle sein. Mitarbeiter von E.on, Bayer und BASF in den USA haben in diesem Jahr mindestens 70.000 Dollar an klimaskeptische Politiker gespendet. BASF lud kürzlich zu einer Führungskräfteschulung Björn Lomborg ein, jenen dänischen Statistiker, der die Risiken des Klimawandels für übertrieben hält, über dessen unseriösen Umgang mit Fakten aber inzwischen dicke Bücher geschrieben wurden (The Lomborg Deception, Yale University Press 2010). Als Anfang der neunziger Jahre die Beweise für den Klimawandel deutlicher wurden, gründeten Auto-, Erdöl- und Kohlekonzerne Organisationen mit wohlklingenden Namen wie Global Climate Coalition oder Information Council on the Environment. Sie machten sich in Zeitungsanzeigen über Klimaforscher lustig: »Manche sagen, die Erde erwärmt sich. Manche sagten auch, die Erde sei eine Scheibe.« Nach diesem Muster hätten Firmen schon den Zusammenhang von Zigarettenrauch und Krebs bestritten, die Ursachen des Ozonlochs, die Risiken des Pestizids DDT oder eben heute den Klimawandel. »Zweifel ist unser Produkt«, beschrieb 1969 ein Tabakmanager in einem internen Memo den Kern der Strategie. Klimagipfel in Cancún: Seit "Climategate" stecken Klimaforscher in einer Glaubwürdigkeitskrise | Wissen | ZEIT ONLINE (http://www.zeit.de/2010/48/U-Klimaskeptiker/seite-3)
zila 10.12.2012
Haben Sie die letzten 15-20 Jahre unter einem Stein verbracht? Fahren Sie mal nach Groenland oder Nordkanada, oder recherchieren Sie das einfach. In Dawson (Yokon) taut der Permafrost-Boden, in Groenland baut man wieder [...]
Zitat von johnnybongounddie5goblinsDie sumerische Kultur ist wegen Klimawandel untergegangen (hatten wohl schon SUVs). Unsere wird die erste sein, die untergeht, weil sie einen angeblichen Klimawandel verhindern wollte. Da haben Archäologen noch 10'000 Jahre zu lachen darüber
Haben Sie die letzten 15-20 Jahre unter einem Stein verbracht? Fahren Sie mal nach Groenland oder Nordkanada, oder recherchieren Sie das einfach. In Dawson (Yokon) taut der Permafrost-Boden, in Groenland baut man wieder Kartoffeln an. Das Packeis ist laengst soweit zurueckgegangen dass die Nordwestpassage jeden Sommer frei ist, der Meeresspiegel erhoeht sich seit Jahrzehnten schon. Sie haben Rekordernten an Lobster durch das waermere Meer von Neuengland bis Nova Scotia etc., und sie faseln hier was von "angeblichen" Klimawandel? Der ist sehr real - ob das jetzt nur schlecht ist sei mal dahingestellt. Als Kanadier hab ich lokal vermutlich mehr Vor- als Nachteile, aber die Nachteile woanders koennten die Vorteile hier bei weitem aufheben.
alBab 10.12.2012
etwas irreführend. Gut, dass dann inhaltlich ein wenig relativiert wird. Man kennt das ja: jede wissenschaftliche Disziplin, und es sind ja mehr als zwei Hände Finger besitzen, versucht sich "höchst impressiv bis [...]
Zitat von sysopZwei im Ontariosee in Nordamerika versunkene Schiffe sind auch nach 200 Jahren noch extrem gut erhalten. Nun dienen sie immer mehr Muscheln als Heimat. Außerdem in den Archäologie-Meldungen: das Ende der sumerischen Sprache, ein Helm als Urne und Zeichen aus der Altsteinzeit. Wracks von Hamilton und Scourge im Ontariosee fotografiert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wracks-von-hamilton-und-scourge-im-ontariosee-fotografiert-a-871363.html)
etwas irreführend. Gut, dass dann inhaltlich ein wenig relativiert wird. Man kennt das ja: jede wissenschaftliche Disziplin, und es sind ja mehr als zwei Hände Finger besitzen, versucht sich "höchst impressiv bis dominant" durchzusetzen, wenn es nun gilt, archäologisch- geschichtliche Befunde nicht nur zu stützen, sondern auch den "argumentativen Durchbruch" zu propagieren. Deshalb erlaube ich mirergänzend hier einige Anmerkungen anzufügen, obwohl sicherlich klimatische Veränderungen mit dazu beitrugen, dass Kultur und Sprache von Sumer, hier exakter: des Reiches von Akkad, allmählich in Vergessenheit gerieten, erloschen. Hier haben Klimatologen bzw. Geologen recht: denn man muss dich die sumerischen Städte, so auch Uruk, als "kleine Venedigs" zu Blütezeiten vorstellen. Von Kanälen durchzogen wie Handelsstrassen und gleichzeitig in Ergänzung zu den Befestigungsmauern des Gilgamesch z.B. Schutz bietend. Der Ischtar-Tempel auf einer Insel, das Grab des Gilgamensch mitten im Euphrates. In den Zeiten der der sich verschlechternden klimatischen Verhältnisse brach das step by zusammen. Und neben den im Bericht aufgeführten "sozialen Unruhen" trat ein mitentscheidender Faktor hinzu: Schon in Zeiten der Infiltration der semitischen Stämme im Land der Sumerer gab es eine vollständige Durchdringung der Sitten und Gewohnheiten beider Völker. Natürlich erst einmal positiv. Doch die Spannungen die folgten, führten zu dem "berühmten Staatsstreichder Semiten": Sargon I. übernahm die Macht, erweiterte das "Staats- gebiet zwischen Mesopotamos und Mittelmeer", Kultur und Sprache der Sumerer wurden "überlagert" und so versank eben auch vor diesem geschichtlich bedeutsamen Hintergrund der Glanz der Sumererim Nebel der Jahrtausende. - Vielleicht hat Abraham ja noch sumerisch gesprochen. Der grossartige Handelsmann aus Ur, der "donkey caravaneer" und Stammvater grosser Völker. - Dankeschön für das interessante Thema: auf jeden Fall ein spannender Bericht.
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  • Montag, 10.12.2012 – 13:24 Uhr
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