Von Angelika Franz
Die "Hamilton" und das Handelsschiff "Scourge" sanken 1813 im Britisch-Amerikanischen Krieg und liegen etwa zehn Kilometer vor der Küste von Port Dalhousie in 90 Metern Tiefe. Nun haben Archäologen am Canadian War Museum in Ottawa die neuesten Untersuchungen der Schiffe präsentiert. Selbst filigrane Schnitzereien wie die Gesichter der Galionsfiguren oder ein Katzenkopf am Kranbalken der "Hamilton" hat das sauerstoffarme Wasser am Boden des Ontariosees hervorragend konserviert. "Die Schiffe sind in einem bemerkenswert gutem Erhaltungszustand. Im Grunde genommen sind sie der Traum eines jedes Archäologen", schwärmte Jonathan Moore, leitender Unterwasserarchäologe von Parks Canada, auf der Präsentation.
Obwohl die ehemaligen Handelsschiffe von der US Navy in den Kriegsdienst gezogen worden waren, sanken sie nicht durch britische Kanonenkugeln. Es war eine heftige Sturmbö, die am 8. August 1813 kurz nach Mitternacht die beiden Schiffe erfasste und unter Wasser drückte. Seitdem liegen sie unberührt auf dem Grund.
Als Denkmal sind die Wracks auch vor Tauchern geschützt. Wie lange sie allerdings noch zu sehen sein werden, ist ungewiss, denn derzeit machen sich Wandermuscheln auf den Schiffsplanken breit. Das war auch einer der Gründe, warum die neuen Vermessungen und Aufnahmen notwendig wurden: Bald schon könnten die Schiffe komplett von einem Muschelteppich bedeckt sein.
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