Plan der EU-Kommission Bundesrat stimmt Abschaffung der Zeitumstellung zu - aber...

In der Europäischen Union soll 2019 Schluss sein mit der Zeitumstellung. Der Deutsche Bundesrat hat dem Vorhaben der EU-Kommission nun zugestimmt, warnt jedoch vor Chaos im internationalen Handel.

DPA


Nach einer Umfrage in den EU-Staaten will die Europäische Union (EU) die Zeitumstellung abschaffen. Hierzulande hat nun der Bundesrat dem Vorhaben zugestimmt, zugleich aber vor überstürztem Handeln gewarnt.

Der Bundesrat begrüße, dass die EU-Kommission den Vorschlag gemacht habe, die Zeitumstellung abzuschaffen, heißt es in einem Beschluss . Die Zeitumstellung sei einst eingeführt worden, um Energie zu sparen, der Effekt jedoch nur sehr gering. Gleichzeitig sei der Zeitrahmen für die Abschaffung aber sehr ambitioniert.

Geht es nach der EU-Kommission, wird die Zeit in den EU-Staaten am 31. März 2019 das letzte Mal umgestellt. Noch ist das Vorhaben aber nicht beschlossen. Bis zum März müssen noch das Europäische Parlament und der Rat der EU zustimmen.

Warnung vor Zeitinseln in Europa

Doch nach den bestehenden Plänen können die Mitgliedstaaten, die dauerhaft die Winterzeit - oder die Normalzeit - einführen wollen, auch am 27. Oktober 2019 noch einmal an der Uhr drehen. Genau dieser Pluralismus könne jedoch zu Problemen führen, warnt der Bundesrat.

Er fordert, dass sich alle Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Standardzeit einigen. Würde jedes Land seine individuelle Zeit festlegen, sei das "schädlich für den Binnenmarkt und die Menschen".

Der Bundesrat befürchtet, dass es sich negativ auf den internationalen Handel, den Verkehr und die Logistikbranche auswirkt, wenn in den Nachbarländern Deutschlands die Uhren anders laufen. Auch Dienstleister oder andere Pendler, die zum Arbeiten in ein Nachbarland reisen, müssten dann zweimal am Tag die Zeitzone wechseln.

Die Entstehung isolierter Zeitinseln in Europa müsse vermieden werden, heißt es weiter. "Der Bundesrat fordert die Bundesregierung daher auf, die Entscheidung über die zukünftige Standardzeit der Bundesrepublik in enger Abstimmung mit den Regierungen der Nachbarstaaten zu treffen." Zudem müsse die EU-Kommission das Vorhaben besser koordinieren.

Umstrittene Umfrage

Große Unternehmen wie die Bahn und Lufthansa hatten kurz nach Bekanntwerden der Umfrage mitgeteilt, den Plänen gelassen entgegenzusehen. Sie rechneten für den Fall einer Abschaffung der Sommerzeit jedoch auch mit einer "gewissen Vorlaufzeit". (Mehr dazu lesen Sie hier).

In der EU-Umfrage hatten sich im August mehr als 80 Prozent der Befragten für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Allerdings hatten sich insgesamt nur 4,6 Millionen Menschen beteiligt, mehr als drei Millionen der Teilnehmer kamen aus Deutschland. Zur Einordnung: Die EU hat ungefähr 512 Millionen Einwohner.

jme

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.