Zukunft der Reproduktionsmedizin Wunschbaby für 100-Jährige

Plazenta-Automaten, Klonkinder, Eizellen-Massenfertigung: 30 Jahre nach der Geburt des ersten Retorten-Babys wagen Forscher einen Blick in die Zukunft der Reproduktionsmedizin. In "Nature" schildern sie ihre Visionen, Hoffnungen - und Ängste.

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Die Zeitungen gaben ihr den Namen "Superbabe" - ihre Eltern nannten sie Louise Joy Brown: Das erste Retorten-Baby der Welt wurde am 25. Juli 1978 in der britischen Stadt Oldham geboren. Das Kind hatte sich aus einem Embryo entwickelt, der im Reagenzglas entstanden war. Eine Eizelle und ein Spermium waren im Jahr 1977 in einem Labor der Kleinstadt miteinander verschmolzen und erst Tage später in die Gebärmutter von Lesley Brown implantiert worden. Louise Joy Brown ist heute selbst Mutter eines Jungen - der auf natürlichem Weg gezeugt wurde.

Die sogenannte In-vitro-Fertilisation (IVF) hat vor 30 Jahren die Reproduktionsmedizin revolutioniert und moralische, ethische und medizinische Diskussionen provoziert. Heute ist sie fester, aber auch teurer Bestandteil medizinischer Leistungen in zahlreichen Ländern - in Deutschland übernehmen Krankenkasse nur die Hälfte der rund 1200 Euro teuren Behandlung, und das nur bei drei Versuchen. Danach muss das Paar die Kosten allein tragen. Meist sind mehrere Anläufe notwendig, insgesamt führen weltweit aber nur rund 20 bis 40 Prozent aller IVF zu einer Schwangerschaft, aus der am Ende auch ein Kind entsteht.

Beim IVF-Verfahren bekommt die Frau eine Hormontherapie, um mehrere Eizellen gleichzeitig zum Eisprung zu bringen. Diese werden ihr unter Narkose entnommen und im Reagenzglas mit Spermien befruchtet. Auf diese Weise entstehen meist mehrere befruchtete Eizellen, die sich theoretisch zu Embryonen entwickeln könnten. In Deutschland werden maximal drei dieser Zellhaufen in die Gebärmutter der Frau implantiert. Die überzähligen Embryonen werden hierzulande tiefgefroren, in anderen Ländern werden sie weggeworfen.

Was vor 30 Jahren zunächst als scheinbar einmaliges Ereignis galt, ist heute Routine: Etwa jedes 80. Kind wird in Deutschland mittlerweile durch IVF gezeugt. Ob ähnlich bahnbrechende Erkenntnisse in den kommenden 30 Jahren zu erwarten sind, beantworten Stammzellforscher, Genetiker und Reproduktionsmediziner in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature". SPIEGEL ONLINE gibt einen Einblick in die Visionen der Wissenschaftler.



Forum - Was darf die medizinische Forschung?
insgesamt 347 Beiträge
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wanderprediger, 17.07.2008
1. Retorten-Babys
Zitat von sysopKünstliche Plazentas, geklonte Kinder, Neugeborene, die Babys bekommen: 30 Jahre nach der Geburt des ersten Retorten-Babys wagen Forscher einen Blick in die Zukunft der Reproduktionsmedizin. In "Nature" schildern sie ihre Visionen, Hoffnungen - und Ängste. Wie sehen Sie diesen Bereich der Medizin? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,566291,00.html
Positiv und voller Hoffnung!
high-knee 17.07.2008
2. Einfach nur pervers....
Also wenn ich höre was die vorhaben, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Wie kommen nur Forscher auf solche Ideen? Künstliche Gebährmutter, warum will eine 100jährige oder ein Baby Kinder?? Klone... Die Fortpflanzung durch sex wird wohl ausstrerben oder nur noch zum spaß gemacht... Wird es vieleicht so weit gehen, bis zum Wunschkind mit Blauen Augen ist es dann nicht mehr weit...
de.nada 17.07.2008
3.
Aus Gründen der medizinischen Prophylaxe vor Seuchen und bis dato unbekannten Gefahrenquellen die die gesellschaftliche Grundordnung ernstlich in Gefahr bringen, müssen Online Durchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung auf eine Gesetzliche Basis gestellt werden und dem Gesundheitsministerium als Unterabteilung der WHO im vollen Umfang zugänglich gemacht werden. Auch die biometrischen Daten und bisherigen Krankheiten jedes einzelnen sollten in einem Ausweis nachprüfbar und zweifelsfrei identifizierbar sein. Ein ein vier semestriges Medizinstudium für Verkehrspolizisten und einen Dr. Grad für alle weiteren Sicherheitsorgane sollte der medizinischen Forschung oberstes Ziel werden müssen. Damit wir wieder Sicher leben können. :)
MarkH, 17.07.2008
4. Horrorwelt
ich hatte mal eine Bekannschtschaft mit einer Dame, die so ziemlich alles getan haette um ein Kind zu bekommen. Eines der Instrumentarien war dann IVF mit Ihren ebenfalls impotenten Mann. Ein Blutbad .. schrecklich.. und sehr viele gesunde Menschen in junge Jahren haben heute nicht einmal die Chance mehr auf Kinder, weil einfach die Einkommenssituation und Perspektiven dies nicht zulassen. Wir leben in einer HORRORWELT
sitami 17.07.2008
5.
Schade, dass bei einem so sensiblen Thema wie der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit ein derart reißerischer Titel gewählt wurde. Das zeugt leider nicht gerade von journalistischem Feingefühl. Auch halte ich das Vorgehen, ganze Textpassagen aus Nature unkommentiert und aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren für nicht besonders ausgefeilt. Dem Leser, der nicht in dieser Materie steckt, fehlen zahlreiche Hintergrundinformationen, die den Schrecken mildern könnten. Man will hier offenbar recht primitiv Schlagzeilen produzieren - Schade. Was den Inhalt anbelangt, so scheint er mir zu einem recht großen Anteil eher fiktional zu sein. Freundliche Grüße
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