Neuroforschung Zwei Hirnregionen steuern Entscheidungen

Apfel oder Birne? Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer einfach. Das liegt am Zusammenspiel zweier Hirnregionen, berichten Forscher. Diese bestimmt darüber, wie sicher sich Menschen bei der Auswahl ihrer Handlungsoptionen fühlen.

Apfel oder Birne: Oft fällt es schwer abzuwägen, was die richtige Entscheidung ist
Corbis

Apfel oder Birne: Oft fällt es schwer abzuwägen, was die richtige Entscheidung ist


"Entscheide dich!" Permanent müssen wir zwischen zahlreichen Optionen abwägen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn viele Menschen sind sich häufig nicht sicher, welche Option die beste ist. Bei Äpfel und Birnen ist eine falsche Entscheidung leicht zu verkraften, doch wenn Banker keine eindeutigen Signale aus ihrem Gehirn bekommen, welche Investition die bessere ist, kann das ernste Konsequenzen haben.

Forscher haben nun ein weiteres Puzzleteil gefunden, um zu erklären, wie Menschen Entscheidungen treffen. Ray Dolan vom University College London und Kollegen haben jene Gehirnregionen ausgemacht, welche im Zusammenspiel den geschätzten Wert einzelner Optionen und unser Selbstbewusstsein bei der Entscheidung bestimmen.

20 hungrige Probanden schoben sie dafür in den funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRT) und zeichneten die Aktivität in ihrem Gehirn auf. Währenddessen sollten die Testkandidaten sich zwischen verschiedenen Gerichten entscheiden, die sie später essen würden. Um herauszufinden, für wie wertvoll die Testkandidaten einzelne Gerichte hielten, mussten sie für jedes den Preis angeben, den sie bereit wären zu zahlen. Anschließend sollten sie berichten, wie sicher sie bei ihrer Entscheidung waren.

Die Studie ergab, dass die Aktivität im sogenannten ventromedialen präfrontalen Cortex bestimmt, wie selbstbewusst sich Menschen bei Entscheidungen fühlen. Das Zusammenspiel zwischen ventromedialem präfrontalem Cortex und einer angrenzenden Hirnregion spiegele die Fähigkeit wieder, zu reflektieren, wie sicher man bei einer Entscheidung war, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Neuroscience". Bereits ältere Studien hatten gezeigt, dass der ventromediale präfrontale Cortex bei Entscheidungen wichtig ist, um den Wert verschiedener Wahlmöglichkeiten abzuschätzen.

Steve Fleming, der an der Studie beteiligt war, sagt: "Wir haben herausgefunden, dass die Sicherheit der Probanden von Entscheidung zu Entscheidung variierte. Während wir schon wussten, welche Hirnregion den empfunden Wert einer Auswahlmöglichkeit steuert, konnten wir nun im gleichen Hirnareal die neuronalen Signale bei selbstbewussten und weniger selbstbewussten Entscheidungen untersuchen." Die Ergebnisse eröffnen demnach neue Einblicke, wie das Gehirn Entscheidungen steuert.

jme

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