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18.10.2001
 

Höhlensystem

Auch Korallenriffe haben einen Magen

Mit einem Unterwasser-Endoskop haben deutsche Forscher die Höhlen und Tunnel in Korallenriffen erkundet. Das Team fand viele vermutlich neue Tierarten - und den mutmaßlichen Verdauungstrakt des Ökosystems.

Verzweigtes Höhlensystem: Korallenriff vor der Küste Australiens
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AP

Verzweigtes Höhlensystem: Korallenriff vor der Küste Australiens

Korallenriffe sind die artenreichsten Ökosysteme der Ozeane. Doch schon Charles Darwin wunderte sich 1842 darüber, dass diese Bio-Oasen vor allem in besonders nährstoffarmen Gewässern entstehen. Die Lösung des Rätsels könnten jetzt die Beobachtungen eines deutsch-jordanischen Forscherteams liefern, das der Tierwelt im Riff mit ungewöhnlichem Gerät zu Leibe rückte.

Die Wissenschaftler um Claudio Richter vom Zentrum für Marine Tropenökologie der Universität Bremen untersuchten neun verschiedene Korallenriffe im Roten Meer. Mit Hilfe eines Unterwasser-Endoskops und einer speziell entwickelten Minikamera erkundeten sie bis zu vier Meter tiefe Höhlen und Spalten im Riff. Dabei entdeckten sie eine vielfältige Fauna aus mehr als 370 verschiedenen Schwamm- und anderen Tierarten, von denen bislang erst 150 identifiziert sind.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" berichten, besitzt das verzweigte Höhlensystem eine Oberfläche, die weit größer ist als die Außenfläche des Riffs. Diese Innenstruktur ist dicht mit Schwämmen bewachsen, die möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der bislang ungeklärten Nährstoffversorgung der Korallen spielen.

Die Schwämme filtern Plankton aus dem durchströmenden Wasser und sondern Phosphor- und Stickstoffverbindungen ab. Diese Ausscheidungen könnten für die in notorischer Knappheit lebenden Korallen eine wichtige Nährstoffquelle darstellen, vermuten die Forscher. "Die Schwämme in den Höhlen führen dem Korallenriff Nahrung zu, indem sie ähnlich wie die Darmzotten im menschlichen Verdauungssystem funktionieren", erläutert Richter.

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