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17.06.2002
 

Skandinavien

Seehundsterben breitet sich aus

Auch vier Wochen nach den ersten Kadaverfunden hält das Seehundsterben vor der dänischen und schwedischen Küste an. Möglicherweise droht eine ähnlich verheerende Epidemie wie Ende der achtziger Jahre.

Seehunde: Bislang 500 Kadaver angeschwemmt
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DPA

Seehunde: Bislang 500 Kadaver angeschwemmt

Das Massensterben der Seehunde im schwedisch-dänischen Kattegat nimmt kein Ende: Die Zahl der angeschwemmten Kadaver habe sich bis zum Wochenende auf etwa 500 erhöht, teilten die zuständigen Naturschutzstellen am Montag in Kopenhagen und im schwedischen Tjärnö mit. 400 Tierleichen seien von dänischen Helfern gesichtet worden, der Rest entlang der schwedischen Küste.

Experten aus beiden Ländern berichteten übereinstimmend, es sei nach wie vor noch völlig offen, ob ein ähnliches Ausmaß des Massensterbens zu befürchten ist wie 1988. Damals war durch dasselbe Staupevirus, das Forscher auch jetzt nachgewiesen haben, der Seehundbestand rund um Dänemark, Schweden, Deutschland und die Niederlande um mehr als die Hälfte dezimiert worden.

Bisher sind knapp zehn Prozent aller Seehunde im dänischen Teil des Kattegat verendet. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass nach den Beständen vor den Inseln Anholt und Læsø nun auch der vor Hesselø eindeutig als infiziert gilt. Der schwedische Seehundforscher Martin Larsvik meinte: "Das Sterben breitet sich viel langsamer aus als 1988, es scheint aber auch deutlich länger anzuhalten."

Bisher wurden keine Fälle von verendeten Robben vor den deutschen und niederländischen Küsten gemeldet. Das könne an einem nur begrenzten Kontakt zwischen den Beständen in der Nordsee und im Kattegat liegen, meinte Larsvik.

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