Das tatsächliche Ausmaß des Jahrhunderthochwassers in großen Teilen Europas lässt sich am besten aus großer Höhe abschätzen - etwa aus der Umlaufbahn um die Erde. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben deshalb einige der überfluteten Gebiete mit dem europäischen Umweltsatelliten ERS-2 festgehalten.
Eine erste Aufnahme der Hochwasser im Raum Dresden veröffentlichte das DLR am Donnerstag. Auf dem Bild sind deutlich blaue Flächen zu erkennen, welche die Flutgebiete außerhalb der üblichen Uferbegrenzungen darstellen. Eine zweite Ansicht zeigt die angeschwollene Donau in der Region um das österreichische Linz, wobei die Überschwemmungen in rosa erscheinen.
Der Späher im Orbit erfasste die beiden Flüsse und ihre Umgebung am Dienstag um 21.10 Uhr MESZ. Weil die dichte Wolkendecke über den betroffenen Gebieten für optische Kameras undurchdringlich ist, kam das Radarinstrument des Satelliten zum Einsatz. Die damit gewonnenen Aufnahmen bieten eine detaillierte Übersicht der verwüsteten Landstriche.
Nachdem die Europäische Weltraumagentur ERS-2 am Dienstagabend auf Anfrage freigegeben hatte, wurden die Radarinformationen zunächst vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR in Neustrelitz empfangen. Von dort gelangten sie umgehend über eine schnelle Datenleitung in das Forschungszentrum Oberpfaffenhofen, wo aus den Rohdaten mit einem Umfang von etwa drei Gigabyte die jetzt publizierten Bilder entstanden.
Auf diese Weise können sehr schnell genaue Überblickskarten der Katastrophengebiete erstellt werden, die unter anderem für Versicherungen zur Abschätzung der Schäden nützlich sind. Zudem sollen mit Hilfe der Radarbilder die Vorhersagemodelle verbessert werden, auf deren Basis etwa Entscheidungen über Evakuierungen oder die Flutung von Rückhaltebecken getroffen werden können.
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