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Weltweite Untersuchung Nur ein Korallenriff ist noch gesund

Über tausend Riffe haben Forscher und Freiwillige für eine globale Bestandsaufnahme untersucht. Das Ergebnis der Fünf-Jahres-Studie: Ein einziger Korallengarten kann als unberührt gelten.

Korallen im australischen Great Barrier Reef
AP

Korallen im australischen Great Barrier Reef

Mehr als tausend Riffe in aller Welt sind ernsthaft gefährdet, mindestens vier der auf diesen Lebensraum spezialisierten Fischarten sind vom Aussterben bedroht. Das ist das Ergebnis einer globalen Untersuchung der Meeresgärten in 60 Ländern. Der Bericht, für den Daten aus fünf Jahren ausgewertet wurden, hat das Überwachungsprogramm Reef Check zu Beginn des Uno-Gipfels in Johannesburg veröffentlicht.

Die erfassten Korallenlandschaften hätten in den letzten 20 Jahren mehr Schäden als im ganzen Jahrtausend zuvor erlitten, erklärte Gregor Hodgson, der Gründer von Reef Check. Hauptursachen seien die schwere Überfischung oder zerstörerische Methoden wie der Fang mit Dynamit oder Zyanid, so der Meeresökologe von der University of California in Los Angeles. Ein einziges Riff in der Nähe von Madagaskar könne noch als unberührt angesehen werden.

Hodgson hatte Reef Check 1996 mit dem Ziel ins Leben gerufen, einen weltweiten Überblick über die Gesundheit der Riffe zu erhalten. Zusammen mit Kollegen legte er Kriterien fest und bildete Freiwillige aus, die vor Ort Fische und Muscheln zählten sowie weitere Daten sammelten. Insgesamt waren an der jetzt publizierten Untersuchung über 5000 Forscher und Taucher beteiligt. Von den mehr als 1500 überwachten Riffen wurden 1107 in die Studie einbezogen.

Die zusammengetragenen Informationen ergaben einen teilweise dramatischen Rückgang der Fischpopulationen in den Korallengebieten. So habe zum Beispiel von 1997 bis 2001 weltweit die Zahl der Schmetterlingsfische signifikant abgenommen, in 83 Prozent aller seichten Riffen fanden sich keine Langusten mehr. Vier Fischarten, etwa der Nassau-Zackenbarsch der Karibik oder der Napoleonfisch des Indopazifiks, befänden sich in einem "kritischen Zustand" - sie waren aus bis zu 95 Prozent der Riffe ihres Verbreitungsgebietes verschwunden.

Zugleich berichtete Reef Check aber auch von ersten Anzeichen gelungener Schutzmaßnahmen. Als Beispiel nannte Hodgson die philippinische Insel Gilutongan, wo die Korallenriffe durch Fischerei mit Gift und Sprengstoff stark beschädigt waren. Nachdem vor zwei Jahren lokale Reef-Check-Teilnehmer bei der Errichtung eines Schutzgebietes halfen, erholten sich die Fischbestände. Zudem, so Hodgson, profitieren jetzt auch die Inselbewohner: Sie erheben von Touristen eine Gebühr fürs Tauchen.

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