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23.07.2003
 

Seltsamer Mageninhalt

Ichthyosaurier ernährte sich abwechslungsreich

Im Verdauungstrakt eines Fischsaurier-Fossils haben australische Forscher ungewöhnliche Nahrung entdeckt: Babyschildkröten. Offenbar war der Speiseplan des Ichthyosauriers reichhaltiger als angenommen.

Ichthyosaurier-Skelett (im Städtischen Museum Salzgitter): Abwechslungsreiche Ernährung
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DPA

Ichthyosaurier-Skelett (im Städtischen Museum Salzgitter): Abwechslungsreiche Ernährung

Rund 110 Millionen Jahre nach dem Tod eines Meeressauriers haben australische Wissenschaftler dessen letzte Mahlzeiten analysiert - mit überraschendem Ergebnis. Das schwangere Ichthyosaurier-Weibchen hatte vor seinem Ableben offenbar Vögel und frisch geschlüpfte Schildkröten verspeist.

Eine solch abwechslungsreiche Ernährung hatten Forscher dem Ichthyosaurier nicht zugetraut. Nach bisherigen Theorien bestand die Nahrung des urzeitlichen Seeungeheuers vor allem aus tintenfischartigen Belemniten. Diese vermutete Spezialisierung galt auch als wichtiger Faktor für das Aussterben der Fischsaurier, weil die Zahl der wirbellosen Belemniten vor 90 Millionen Jahren plötzlich eingebrochen war.

Nach Ansicht der Wissenschaftler um Benjamin Kear vom Südaustralischen Museum in Adelaide legt der gut erhaltene Mageninhalt des untersuchten Ichthyosaurier-Weibchens jedoch nahe, dass die Tiere ein wesentlich breiteres Nahrungsspektrum hatten als angenommen. Dafür spreche auch die Schädelform des Fossils, berichtet das Team in den "Proceedings B" der Londoner Royal Society.

Grund für das Ende der Fischsaurier war, so folgern Kear und seine Kollegen, wahrscheinlich nicht der plötzliche Nahrungsmangel durch das Aussterben eines bevorzugten Beutetiers. Wie die Wissenschaftler argumentieren, könnte der Ichthyosaurier einfach den evolutionären Wettbewerb mit ähnlichen Raubtieren verloren haben.

Das jetzt untersuchte, sieben Meter lange Ichthyosaurier-Weibchen der Art Platypterygius longmani gehört zur Sammlung des Museums von Queensland in Brisbane. Während die Babyschildkröten wahrscheinlich leichte Beute waren, konnte der Saurier die Vögel wohl nur fressen, als diese bereits Aas waren, spekulieren die Forscher. In dem Tier fanden sich zudem gut erhaltene Skelettteile eines Fischsaurier-Fötus.

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