Wenn kein frischer Bambus auf den Tisch kommt, knabbern Chinas Große Pandas an knochigen Kniften: Gedünstetes Brot ist das Standardfutter für die in Gefangenschaft lebenden Exemplare der seltenen Tierart. Dass Leckerbissen anders schmecken, ist nach einem Bericht der Tageszeitung "China Daily" nicht das einzige Problem: Durch das Dünsten verliere das Brot an Nährwert und sei deshalb für die Fehlernährung vieler Pandas verantwortlich. Zudem könne das Brot nur kurz gelagert werden und koste pro Bär rund 4800 US-Dollar monatlich, sagte Yu Jianqiu vom Pandazucht- und Forschungszentrum Chengdu.
Also rührten die Chinesen etwas Neues zusammen, ließen die Pandas testknabbern - und bauten anschließend in der Provinz Sechuan eine Fabrik. Seit Oktober laufen dort cremefarbene Kekse vom Band, reich an Vitaminen und Spurenelementen und zu 30 Prozent aus Ballaststoffen bestehend. 30 Große Pandas werden mittlerweile mit dem 15 Zentimeter langen Spezialbiskuit in der Form einer Bambussprosse gefüttert - und lieben ihn, wie Pandaforscher Yu betont. "Sie zeigen alle großen Appetit auf die Kekse." In absehbarer Zeit sollen alle Großen Pandas, die ihr Dasein in Zoos und Forschungseinrichtungen fristen, das Vitamin-Backwerk naschen dürfen.
Weltweit leben rund 140 Große Pandas in Gefangenschaft. Die Zahl der wild lebenden Tiere im Südwesten Chinas wird auf etwa 1000 geschätzt. Bedroht sind sie vor allem durch Rodung der Wälder, in denen ihr Grundnahrungsmittel Bambus wächst.
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