• Drucken
  • Senden
  • Feedback
28.12.2003
 

WWF schlägt Alarm

12.250 Tierarten akut vom Aussterben bedroht

Um die Fauna auf Erden ist es schlecht bestellt. Viele Tierarten wird es in ein paar Jahren höchstwahrscheinlich nicht mehr geben. Grauwale, Luchse, Nashörner & Co. sind in akuter Gefahr. Im vergangenen Jahr kamen rund tausend weitere Spezies auf die rote Liste.

Wird es Nashörner bald nur noch im Zoo geben?
Zur Großansicht
AP

Wird es Nashörner bald nur noch im Zoo geben?

Frankfurt am Main - Derzeit stünden etwa 12.250 Arten auf den obersten drei der neun Gefährdungsstufen der so genannten Roten Liste, teilte der World Wide Fund For Nature (WWF) heute in Frankfurt am Main mit. Verantwortlich dafür, dass die Artenvielfalt schneller schrumpft denn je, sei unter anderem die Abholzung der Wälder, die Trockenlegung von Feuchtgebieten sowie die Übernutzung vieler Arten.

Dramatisch verringert hat sich laut WWF unter anderem der Bestand an Nashörnern, von denen es in Afrika nur noch 13.000 Exemplare gebe. Ursprünglich wurden auf dem schwarzen Kontinent eine Million Tiere gezählt. Die Zahl der Grauwale im Westpazifik ist der Umweltschutzorganisation zufolge auf 100 Tiere gesunken. Die verbliebenen Grauwale seien durch den Bau von Pipelines und Plattformen für Öl und Gas im Seegebiet nördlich von Japan extrem gefährdet.

Auch für andere Meeresbewohner sieht es dem WWF zufolge düster aus. 75 Prozent der Bestände in den Weltmeeren seien überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgereizt, hieß es. Zusätzliche Probleme bereite die Verschmutzung durch Öl. Jedes Jahr gelangten 260.000 Tonnen davon ins Meer. Allein die Ostsee müsse jährlich 60 000 Tonnen verkraften.

Um 95 Prozent geschrumpft ist laut dem WWF die Population der Nilpferde im Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo. Dort leben nur noch 1300 der Dickhäuter. Vor 30 Jahren zählten die Naturschützer noch 29 000 Exemplare. Grund für den Rückgang seien der florierende Handel mit den Eckzähnen der Nilpferde auf Elfenbeinmärkten und der Verkauf des Fleisches.

Positive Nachrichten aus der Arktis

Äußerst ungewiss ist den Angaben zufolge auch die Zukunft der Luchse in Norwegen. 2003 wurden dort 85 Tiere zum Abschuss freigegeben. Inzwischen gibt es nur noch 350 Exemplare. Damit die Luchse in Norwegen überhaupt überleben können, werden aber mindestens 200 Weibchen gebraucht, schätzt der WWF.

Verbessert hat sich die Situation der Eisbären. Dank eines seit 30 Jahren bestehenden internationalen Schutzabkommens hat sich der Bestand von 10.000 auf 22.000 Tiere erhöht. Für die letzten 1000 noch lebenden Panda-Bären seien in diesem Jahr in China fünf neue Schutzgebiete ausgewiesen worden, hieß es. Ebenfalls unter Schutz gestellt worden sei das mit 130 Quadratkilometern größte Kaltwasserkorallenriff der Erde, das Röst Riff in Norwegen.

Eine weitere gute Nachricht ist die Unterschutzstellung von fast 3000 Hektar Regenwald in Zentralafrika. Noch immer gehen nach Angaben des WWF jedoch weltweit jedes Jahr 15 bis 20 Millionen Hektar Wald durch Einschlag, Feuersbrünste und Waldumwandlung zu Grunde. Das entspricht der drei- bis vierfachen Fläche der Schweiz.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Natur

© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP