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08.05.2004
 

Feiner Plastikmüll

Meersand mit Nylonfasern gestreckt

Die Wegwerfgesellschaft hinterlässt ihre Spuren – wenn auch kaum sichtbar: In den Ozeanen schwimmen, wie Forscher nun entdeckt haben, unzählige kleine Plastikfasern. Ein gefundenes, aber nicht unbedingt gesundes Fressen für die Meeresbewohner.

Plastik am Strand: Neben großen Stücken auch kleinste Partikel nachgewiesen
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Richard Charles Thompson

Plastik am Strand: Neben großen Stücken auch kleinste Partikel nachgewiesen

Fast alles besteht heutzutage aus Plastik, selbst die Ozeane. Doch nicht nur die an den Strand gespülten Plastikflaschen bereiten Wissenschaftlern Sorge. In den Weltmeeren lauert auch eine fast unsichtbare Gefahr, wie britische Forscher nun im Fachmagazin "Science" warnen: mikroskopisch kleine Plastikfasern. Eine Entwicklung mit womöglich schwerwiegenden Folgen für die Natur.

Normalerweise verrottet Plastik in der Natur nicht, es wird höchstens durch mechanische Prozesse aufgerieben - bis hin zu seinen winzigen Fasern. Selbst bei biologisch abbaubarem Plastik, wie es heutzutage verstärkt zum Einsatz kommt, bleiben am Ende mikroskopisch kleine Bestandteile übrig. Und die überleben viele Jahrhunderte.

Auf der Suche nach dem winzigen Plastikmüll hat Richard Thompson von der Universität im englischen Plymouth zusammen mit seinem Team verschiedene Strände der britischen Insel untersucht. Partikel im Sand, die offensichtlich nicht natürlichen Ursprungs waren, wurden abgetrennt und auf ihre chemische Signatur hin untersucht.

Dabei stießen die Forscher allerorts auf Kunststoff-Fragmente - darunter Nylon, Polyester und Polyamid. Auch in Planktonproben, die seit den 60er Jahren zwischen England, Shetland und Island eingesammelt worden waren, entdeckten die Wissenschaftler Plastikspuren. Dabei zeigte sich: je jünger die Proben, desto höher der Kunststoffgehalt. Und selbst im offenen Meer waren mikroskopische kleine Plastikteile anzutreffen.

Verdauungstrakt eines Amphipoden: Im Laborversuch Plastikteile aufgenommen
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Science

Verdauungstrakt eines Amphipoden: Im Laborversuch Plastikteile aufgenommen

Die meisten Fragmente hatten dabei Faserform. Mit einem Durchmesser von 20 Mikrometern waren sie dünner als ein menschliches Haar. Trotz vieler Funde vermuten Thompson und Kollegen, dass sie nur einen kleinen Teil des weltweit schwimmenden Kunststoffs ausgemacht haben. Um das gesamte Ausmaß der Verschmutzung zu erkennen, müssten neue, verbesserte Nachweismethoden entwickelt werden.

Auch ist noch unklar, welche Auswirkungen die Fragmente auf Flora und Fauna haben werden. Kleinstlebewesen, die von den britischen Forschern im Labor mit verschmutztem Wasser konfrontiert wurden, nahmen jedenfalls innerhalb weniger Tage die künstlichen Bausteine auf. Da Plastikfragmente häufig mit giftigen Stoffen verunreinigt sind, wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, inwieweit auch diese Gifte in die Nahrungskette gelangen können.

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