Lange hat es gedauert, ehe die International Commission on Stratigraphy (ICS) sich zu einer Entscheidung durchringen konnte. Nun ist es amtlich: Ab sofort gibt es in der geologischen Zeitskala der Erdgeschichte mit dem Ediacarium eine neue Periode. Wie die britische BBC berichtet, beginnt die Zeitspanne, in der nach heutigen Erkenntnissen die ersten Vielzeller auftauchten, vor etwa 600 Millionen Jahren und endet vor rund 542 Millionen Jahren. Unmittelbar darauf folgt das Kambrium, eine Periode, in der die Artenvielfalt auf der Erde förmlich explodierte.
Geologen hatten insgesamt acht Jahre lang diskutiert, ehe die Entscheidung für den neuen Namen fiel. Zuerst mussten die Mitglieder der zuständigen Unterkommission der ICS abstimmen, die eigens für die Lösung der Ediacarium-Frage eingesetzt worden war. Anschließend gab die ICS selbst ihr Plazet, und am Ende musste die International Union of Geological Sciences die Definition ratifizieren. Der Begriff Ediacarium ist schon seit Jahren unter Geologen gebräuchlich, neben einer Reihe anderer Namen für die gleiche Zeitspanne. Zu den Begriffen, die es nicht in die offizielle Zeitskala schafften, gehörte unter anderem der russische Vorschlag Vendium - ein Name, der bereits seit 1952 existiert.
"Es war schon lange klar, dass die letzte Phase des Präkambriums, vor der Entstehung von Schalentieren, eine besondere Zeit ist", sagte ICS-Generalsekretär Jim Ogg der BBC. "Jetzt gehört sie offiziell zur Zeitskala."
Das Ediacarium beginnt am Ende einer Serie von Eiszeiten, die in der Zeit vor 600 bis 700 Millionen Jahren die Erde im Griff hatten. Einer Theorie zufolge lösten diese Klimaschocks die Evolution komplexer, vielzelliger Lebensformen aus. Der Begriff Ediacarium basiert auf den Ediacara-Hügeln im Flinders-Gebirge in Südaustralien.
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