Embryos von Dinosauriern sind bereits auf der ganzen Welt gefunden worden, nie aber der eines Flugsauriers. Nun ist auch diese Lücke geschlossen: Xiaolin Wang und Zhonghe Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking haben im Sediment eines Sees das Fossil eines Flugsaurier-Fötus entdeckt. Die Fundstelle in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas ist bekannt für ihren Reichtum an Fossilien.
Wahrscheinlich ist der Embryo bei einer Naturkatastrophe wie etwa einem Vulkanausbruch gestorben, glauben die Forscher. Das würde auch erklären, warum das Reptil so gut erhalten ist. Die Wissenschaftler sind sicher, dass es sich bei dem Fossil um einen Pterosaurus handelt, weil er gut entwickelte Knochen an der Schulter und der Brust und einen verlängerten vierten Finger hat.
Das versteinerte Reptil lässt nicht nur Abdrücke von Flügeln, Hautgewebe, Zähnen und Knochen erkennen - auch die Überreste der Eierschale sind deutlich sichtbar. Das bestätigt die Theorie, dass Flugsaurier Eier gelegt und ihren Nachwuchs nicht lebend zur Welt gebracht haben, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature".
Der Embryo ist 53 Millimeter lang, 41 Millimeter breit und damit wenig kleiner als ein durchschnittliches Hühnerei. Dennoch ist er größer als bisherige Funde von geschlüpften Flugsaurier-Jungtieren und hat bereits eine Flügelspannweite von 27 Zentimetern. Die Forscher vermuten deshalb, dass der Tod das Tier kurz vor dem Schlüpfen ereilte. Bis zum Erwachsenenalter hätte sich seine Flügelspannweite mehr als vervierfacht.
Der Fund zeige auch, dass es sich beim Pterosaurus um einen Frühentwickler gehandelt haben müsse, genau wie bei vielen heute lebenden Vogelküken. Die gut entwickelten Flügel beweisen nach Meinung der Forscher, dass das Reptil schon kurz nach dem Schlüpfen in der Lage gewesen wäre, zu fliegen und sich selbst zu ernähren.
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