In Deutschland hausen längst nicht nur gute alte Bekannte wie Hase und Igel sowie Insekten, Spinnentiere, Faden- und Plattwürmer, sondern auch Lebewesen mit exotischen Namen wie Bärtierchen, Kratzer, Bauchharlinge und Kranzfühler. Angeführt wird die Hitliste von den Insekten mit 33.300 Arten, während nur knapp über 700 Wirbeltiere in Deutschland leben. Igelwürmer und Eichelwürmer sind sogar nur mit einer einzigen Art vorhanden, so die Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).
Von den weltweit beschriebenen 4500 Säugetieren sind nur 91 in Deutschland vorhanden. Zum Vergleich: Allein in Indonesien wurden bislang etwa 500 Säugetierarten beobachtet. Insgesamt leben in Deutschland etwa drei Prozent der weltweit bekannten Spezies.
Verglichen mit den "hot spots" der biologischen Vielfalt tropischer Regionen zähle Deutschland wegen seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und geografischen Lage eher zu den Gebieten mit geringer Artenvielfalt, sagte BfN-Präsident Hartmut Vogtmann. Dennoch sei die einheimische Tierwelt einzigartig und schützenswert.
Mit der Arteninventur wollen die Wissenschaftler die Ursachen der Gefährdung von Tierarten aufdecken und Schutzmaßnahmen planen. Bei der letzten Arteninventur in Deutschland, die bereits 20 Jahre zurückliegt, waren noch rund 4000 Arten weniger registriert worden als jetzt. Die Gründe dafür liegen laut BfN vor allem in der inzwischen größeren Genauigkeit bei der Erhebung. Allerdings wurden seit 1984 auch zahlreiche Arten neu entdeckt und beschrieben. Hinzu kamen eingewanderte Tierarten.
Die jetzt vorliegende Studie belege, dass ein Artensterben in Deutschland nicht feststellbar sei, sagte Vogtmann. "Allerdings gehen auch bei uns die Bestände vieler Arten dramatisch zurück." Es gebe aber auch wieder positive Trends, zum Beispiel die Erholung der Bestände bei Schwarzstörchen und Seehunden.
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