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31.07.2004
 

Neue Art

Tiefseewurm frisst Walknochen

Es ist nur wenige Zentimeter groß, geschmückt mit einem roten Federschweif und grünen Fortsätzen. In rund 2900 Metern Tiefe wurde ein wundersames Geschöpf entdeckt, das sich ausschließlich von den Skeletten toter Wale ernährt.

Wal: Seine Knochen schmecken Tiefseewürmern
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DPA

Wal: Seine Knochen schmecken Tiefseewürmern

Rein zufällig haben Forscher die Würmer in der kalifornischen Monterey-Bucht in 2865 Meter Tiefe entdeckt. Die Kamera eines ferngesteuerten U-Boots, mit dem sie den Meeresgrund nach Muscheln absuchten, lieferte die Bilder des Walskeletts. Ein "roter Teppich", der die Knochen bedeckte, hat die Wissenschaftlergruppe um Robert Vrjenhoek von dem Monterey Bay Aquarium Research Institute in Moss Landing im US-Bundesstaat Kalifornien stutzig gemacht. Sie holten die Knochen aus ihrem tiefen Grab an die Oberfläche. Der Überzug entpuppte sich als eine wuselige Masse 2,5 bis sechs Zentimeter großer Würmer. Osedax - die Knochenfresser, nannten sie diese neue Tierklasse, die sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" beschreiben.

Die Federboa auf dem Kopf sind Kiemen, mit den kleinen grünen Wurzeln bohren sie sich in die Knochen. Symbiotische Bakterien, die in den Würmern leben, zersetzen die Fette und Öle aus den Walknochen.

Alle Würmer, die die Forscher fanden, waren weiblich und trugen eine Vielzahl befruchteter Eier in sich. Erst bei genauerer Untersuchung im Labor fanden die Wissenschaftler die versteckten Begatter: 50 bis 100 Mini-Männchen lebten im Inneren eines jeden weiblichen Wurms.

Die neue Art Osedax rubiplumus (rotfedriger Knochenfresser) ist verwandt mit den Würmern, die an heißen Schwefelquellen in der Tiefsee leben. Die Tiere, die weder Mund noch Eingeweide haben, geben ihre befruchteten Eier ins Freiwasser ab. Dass eine Larve tatsächlich ein neues Walskelett findet, auf dem sie sich niederlassen kann, ist wahrscheinlich. Die Skelette der Meeressäuger liegen nicht wahllos verteilt auf dem Meeresboden, sondern relativ nah beieinander, denn die Tiere wählen immer die gleichen Routen auf ihren Wegen durch die Weltmeere.

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