• Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.08.2004
 

Sri Lanka

Albino-Elefant gesichtet

In Sri Lankas Ruhunu-Nationalpark ist ein hellhäutiger Elefant aufgetaucht. Er ist der erste in dem asiatischen Land beobachtete Albino-Dickhäuter. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es wegen vermehrter Inzucht künftig viel häufiger Albino-Elefanten geben wird als heute.

Weißer Elefant: "Exzellente Forschungsmöglichkeit"
Zur Großansicht
Prithiviraj Fernando

Weißer Elefant: "Exzellente Forschungsmöglichkeit"

Vor sieben Jahren machte in Sri Lanka die Geschichte von einem weißen Elefanten die Runde, der angeblich durch das Gebiet des heutigen Ruhunu-Nationalparks gestreift sein soll. Damals wollten das die Wissenschaftler nicht so recht glauben. Doch nun wurden sie eines Besseren belehrt.

Ein Foto zeigt einen Albino-Elefanten mit einer deutlich helleren Haut als seine Artgenossen. Das elfjährige Weibchen lebt in einer 17-köpfigen Herde und wurde bereits mehrfach beobachtet.

"Das ist eine seltene und exzellente Forschungsmöglichkeit", sagte die Wissenschaftlerin Dayananda Kariyawasam gegenüber dem Newsdienst des Fachblatts "Nature". Sie leitet das Artenschutzprogramm von Sri Lanka.

Die Forscher tauften die hellhäutige Elefantendame auf den Namen Sue nach dem singhalesischen Wort für Weiß. Albinismus kommt nicht nur bei Menschen, sondern auch im Tierreich vor - in der Wildnis jedoch äußerst selten. Ursache ist ein genetisch bedingter Mangel des Farbstoffs Melanin. Wird dieser nur in geringer Menge oder gar nicht produziert, dann fehlen die Pigmente auf der Haut und der Betroffene hat rote Augen.

Meist geht Albinismus auf Genmutationen zurück. Die Wissenschaftler hoffen, schon bald Kot des Elefanten untersuchen zu können, um festzustellen, welche Mutationen für die Hellhäutigkeit verantwortlich sind.

In der Regel sind die Albinismus-Gene rezessiv, dass heißt, sie müssen bei Mutter und Vater vorhanden sein, damit sich die pigmentarme Haut beim Nachwuchs überhaupt manifestieren kann.

Die Wissenschaftlerin Mary Peal vom US-amerikanischen Wildlife Trust glaubt, dass Albino-Elefanten in Zukunft häufiger gesichtet werden könnten. Weil die Population weiter sinke und es immer mehr zu Inzucht komme, würden die genetischen Anomalien zunehmen, erklärte sie.

Albinismus gilt außerdem als Krankheitsrisiko. Der Mangel an Pigmenten führt zu Problemen an Haut und Augen. Ein 37 Jahre alter Albino-Gorilla, der im Zoo von Barcelona lebte, musste im vergangenen Jahr eingeschläfert werden, weil er an Hautkrebs erkrankt war.

Sue scheint jedoch derzeit keinerlei Probleme mit ihrer hellen Haut zu haben. Diese könnte sogar schon mehrfach ihr Leben gerettet haben. In Sri Lanka werden Elefanten häufig erschossen, wenn sie die Reservate verlassen und auf Feldern nach Futter suchen. Weiße Elefanten bringen jedoch nach dem Glauben vieler Bewohner des Landes Glück - und auf Glücksbringer schießt man nicht.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Natur

© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP