"Die Form und Struktur der Hirnlappen kommt der Anordnung bei modernen fliegenden Vögeln sehr nahe", erklärte Angela Milner, stellvertretende Leiterin der paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in London.
Milner und ihre Kollegen hatten den Hirnschädel des Fossils untersucht, um daraus Details des Gehirns zu rekonstruieren. Mittels Computer-Tomographie konnten die Forscher feststellen, dass die vor allem bei modernen Vögeln für räumliches Sehen, Balance und Flugkoordination verantwortlichen Hirnlappen auch bei der gefiederten Echse vergrößert waren. Auch ein für die Balance wichtiges Teil des Innenohres war bei dem Fossil sehr vogelartig, fanden die Forscher heraus.
Das Skelett der Kreatur belege, dass der Dinosaurier nicht so lange wie moderne Vögel fliegen konnte und auch seine Manövrierfähigkeit nicht derart ausgeprägt war. Die Wissenschaftler folgerten aber, dass er die notwendige Kraft für den Flug aufbringen konnte. Der Vogel habe sich in der Luft selbstständig kontrollieren können, schreibt Milner im Wissenschaftsmagazin "Nature".
Der Archaeopteryx soll vor fast 150 Millionen Jahren gelebt haben, 1861 wurde das Tier erstmals beschrieben. Insgesamt gibt es nur sieben Fundstücke des frühen Vogels, die allesamt in Steinbrüchen bei Eichstätt und Solnhofen gefunden wurden.
In der Wissenschaft gilt er als fehlendes Puzzlestück in der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Der hatte vorhergesagt, dass es bei der Entstehung neuer Arten Übergangsformen geben werde: Der Urahn der modernen Vögel weist deutliche Merkmale eines Reptils und von Vögeln auf.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Natur | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH