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07.09.2004
 

Feuchtes Geschoss

Warum Schützenfische immer treffen

Ihre Jagdtechnik gehört zu den spektakulärsten im Tierreich: Schützenfische schießen Insekten mit einem Wasserstrahl von Blatt und Ast. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum die schwimmenden Kanoniere so gut zielen können.

Schützenfische: Wasserfontäne auf Insekten
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Uni Erlangen

Schützenfische: Wasserfontäne auf Insekten

Spucken ist unter Menschen nicht die feine Art, Schützenfische aber haben den Einsatz des feuchten Projektils zur Perfektion gebracht. Mit wuchtigem Wasserstrahl schießen sie Insekten von Blättern und Büschen - obwohl die Wasseroberfläche die Sicht aufs Ziel stark verzerrt.

Deutsche Biologen haben jetzt die Jagdtechnik der Schützenfische enträtselt. Stefan Schuster von der Universität Erlangen-Nürnberg und seine Kollegen von der Universität Freiburg zeigten den südostasiatischen Tieren schwarze Pappscheiben in unterschiedlichen Größen. Nur wenn die Fische eine sechs Millimeter große Scheibe trafen, gab es zur Belohnung eine Fliege. Die Fische bekamen immer nur einzelne Scheiben zu sehen, damit sie keinen relativen Größenvergleich hatten und lediglich die objektive Größe der Scheibe bestimmen konnten.

Dann trainierten die Forscher die kleinen Scharfschützen um: Diesmal mussten sie eine Scheibe von zehn Millimetern Größe treffen. Die Fische bekamen die Scheibe zunächst nur auf kürzere Distanz zu sehen, da die Scheibe auf größere Entfernung leicht mit der Sechs-Millimeter-Scheibe zu verwechseln gewesen wäre.

Doch die Fische nahmen die neue Scheibe auch dann zielsicher aufs Korn, wenn sie weiter entfernt war. Sie hatten demnach gelernt, die Größe des Objekts trotz der veränderten Entfernung richtig einzuschätzen, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Current Biology". Die Fische begreifen demnach, dass Größe und Entfernung zusammenhängen, und können diese Regel auch auf neue Situationen anwenden. Wie die Tiere das schaffen, können aber auch die Biologen nicht erklären.

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