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20.10.2004
 

Große Seen in den USA

"Frankenfisch" lässt Fischer zittern

Der Schlangenkopffisch, von US-Medien "Frankenfisch" genannt, ist erstmals in den großen Seen der USA aufgetaucht. Fischer bekommen es nun mit der Angst zu tun: Die gefräßigen Raubtiere könnten unter den anderen Seebewohnern ein wahres Gemetzel anrichten.

Schlangenkopffisch: "Das sind Vielfraße"
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AFP

Schlangenkopffisch: "Das sind Vielfraße"

Er ist einen halben Meter lang, äußerst gefräßig und kann notfalls auch an Land robben, um Frösche, Vögel oder kleine Säugetiere zu vertilgen. Der Schlangenkopffisch, in der US-Presse als "Frankenfisch" dämonisiert, hat nun auch den Weg in die großen Seen der USA gefunden.

Ein knapp 50 Zentimeter großes Exemplar ging einem Fischer in einem Hafen bei Chicago ins Netz. Der Mann legte das Tier mit den extra scharfen Zähnen in seinen Kühlschrank und verbreitete ein Foto im Internet. Bislang waren die aus China stammenden Raubfische nur in kleineren Tümpeln an der Ostküste, in Virginia und in Florida gesichtet worden.

"Das sind Vielfraße. Sie sind sehr aggressive Fische", sagte Mike Conlin von der örtlichen Umweltbehörde. "Wir hoffen, dass es ein zufälliger Fund ist, dass der Fisch von jemand ausgesetzt wurde, dem das ständige Füttern zu viel wurde."

Öko-System drohte zu kippen

Seitenansicht: Stromschläge im Hafenbecken
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AFP

Seitenansicht: Stromschläge im Hafenbecken

Fischer und Umweltschützer fürchten nicht nur den Appetit, sondern auch die explosionsartige Vermehrung des Schlangenkopffisches. Vor zwei Jahren tauchte der ungebetene Einwanderer erstmals in einem kleinen See bei Crofton in Maryland auf. Ein Mann hatte ein Pärchen der Fische in dem Gewässer ausgesetzt. Binnen kurzer Zeit brachten sie das gesamte örtliche Ökosystem ins Wanken. Erst 380 Liter Gift löschten die schnell auf sechs Erwachsene und etwa 1000 Jungtiere angewachsene Kolonie aus.

Um sicher zu gehen, dass sich in den großen Seen nicht noch mehr Räuberfische tummeln, will die Umweltbehörde das Hafenbecken kurzzeitig unter Strom setzen. Durch den Schock sollen sämtliche Fische an die Oberfläche kommen. Warten auf den ersten Frost ist keine gute Strategie - die "Frankenfische" kommen mit dem rauen Winter im mittleren Westen gut zurecht.

Junger "Frankenfisch": Explosionsartige Vermehrung
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REUTERS

Junger "Frankenfisch": Explosionsartige Vermehrung

Vor allem das Millionengeschäft mit Wildfisch aus den Seen wäre in Gefahr, wenn sich die "Frankenfische" unkontrolliert vermehren. Plagen einzelner Tierarten, die das Gleichgewicht im Ökosystem gefährden, gibt es an den großen Seen immer wieder. Zuletzt waren es Wandermuscheln, Schwarzmundgrundeln und Meerneunaugen, deren Zahl explosiv zunahm.

Auch eine asiatische Karpfenart bereitet den Umweltschützern Sorgen: Um das Eindringen des Koi-Karpfens vom Mississippi in den Michigansee zu verhindern, planen die Behörden eine Unterwasser-Barriere. Die großen Tiere sind aus Fischfarmen an den Ufern des Mississippi entwischt und nicht ungefährlich. Wenn man sie erschreckt, springen sie schon mal aus dem Wasser ins Boot - für die Passagiere an Bord eine mitunter schmerzhafte Begegnung.

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