Reykjavik - Die Eruption des 1725 Meter hohen Grimsvötn erschüttert seit Montag den unbewohnten Südosten von Island. Der Vulkan hat eine 13 Kilometer hohe Wolke aus schwarzer Asche ausgestoßen. Evakuierungen waren nicht erforderlich, wie das Meteorologische Amt in Reykjavik mitteilte. Wegen des schlechten Wetters gab es zunächst keine Erkenntnisse über mögliche Schäden. Der Luftverkehr wurde großräumig um die Aschesäule herumgeleitet.
"Es ist extrem gefährlich, in eine Wolke vulkanischer Asche zu fliegen", sagte Bergthor Bergthorsson von der zivilen Luftfahrtbehörde Islands. "Sie kann alle Triebwerke eines Flugzeugs zum Stillstand bringen." Die Rauchwolke werde wahrscheinlich rund 800 Kilometer weit über den Nordatlantik treiben und sich der norwegischen Küste nähern.
Forscher vermuten, dass der wachsende Druck eines Sees unter dem Vatnajökull-Gletscher den Ausbruch ausgelöst hat. Oli Thor Arnarsson vom Meteorologischen Amt sagte, dass der Druck des Wassers einen Teil des Berges aufgebrochen haben könnte, wodurch Magma ausgeflossen sei.
Der Grimsvötn ist zuletzt vor sechs Jahren ausgebrochen, davor auch 1995 und 1993, wobei es zu Überschwemmungen kam. Der Vulkan liegt wie die beiden anderen großen isländischen Feuerberge, Hekla und Katla, auf dem Atlantischen Rücken, dort wo die Kontinentalplatten Europas und Amerikas auseinandergetrieben werden. Die Universität Bern zeigt auf ihrer Homepage Satellitenbilder des Ausbruchs.
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