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21.04.2005
 

Molekularbiologie

Pilz kann gleichgeschlechtlich Nachwuchs zeugen

Gleichgeschlechtliche Pilze können miteinander Nachwuchs produzieren. Das haben Molekularbiologen jetzt erstmals an einem Hefepilz beobachtet. Das homosexuelle Gewächs kann bei immungeschwächten Menschen eine Hirnhautentzündung auslösen.

Hefepilz Cryptococcus neoformans: Geschlechtstypen ungleich verteilt
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CDC

Hefepilz Cryptococcus neoformans: Geschlechtstypen ungleich verteilt

Der Pilz Cryptococcus neoformans hat zwei Geschlechtstypen: a und alpha. Im Normalfall ist bei Pilzen das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Im Menschen jedoch kommt Cryptococcus neoformans hauptsächlich als Alpha-Typ vor. Wissenschaftler sprechen von einer "größtenteils unisexuellen Populationsstruktur". Dennoch kann sich der Pilz sexuell fortpflanzen, wie Forscher von der Duke University in Durham nun beobachtet haben.

Alpha und Alpha zeugen ein neues Alpha

Dabei verschmelzen zwei gleichgeschlechtliche Zellen und bilden Tochterzellen, die ebenfalls wieder vom Alpha-Typ sind. Bisher wurde angenommen, dass dies ein asexueller Vorgang ist. Nun konnten die Forscher jedoch zeigen, dass die Verschmelzung zweier gleichgeschlechtlicher Zellen eine Form sexueller Fortpflanzung ist und auch bestimmte Merkmale der sexuellen Fortpflanzung enthält: die Fusion zweier Zellen mit Austausch von genetischem Material, die anschließende Reifeteilung und die Bildung von Sporen. Zudem braucht es für die Fortpflanzung von gleichgeschlechtlichen Zellen die gleichen Hormone, Hormonrezeptoren und Gene wie für die Vermehrung von Zellen verschiedenen Geschlechts.

Die Forscher erhoffen sich von den neuen Erkenntnissen ein besseres Verständnis der Fortpflanzungsbiologie der Pilze, wie Xiaorong Lin und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 434, S. 1017) schreiben. Durch den Pilz Erkrankte werden von den Resultaten zunächst aber nicht profitieren.

Die neu entdeckte Fortpflanzungsstrategie ermöglicht es Cryptococcus neoformans, sich in einem Patienten zu vermehren, auch wenn nur Partner gleichen Geschlechtstyps vorhanden sind. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass sich die Nachkommen genetisch möglichst stark unterscheiden.

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