Auf einer Regenwald-Expedition im Osten Madagaskars hatten Wissenschaftler vor wenigen Monaten seltsame Geschöpfe entdeckt: In den Nachtstunden stießen sie auf mausähnliche Tiere mit rundlichen Ohren und langen, buschigen Schwänzen. Die Wissenschaftler waren neugierig geworden und brachten die gefangenen Exemplare in den Zoo von Zürich.
Eine Untersuchung des Deutschen Primatenzentrums an der Universität Göttingen, bei dem unter anderem das Genmaterial und das Verhalten der Tiere analysiert wurde, brachte eine Überraschung: Bei den haarigen Nachtaktiven handelt es sich um zwei neue Halbaffen-Arten.
Sie gehören offenbar zu den Gattungen Riesenmausmaki (Mirza) und Mausmaki (Microcebus), die bisher acht Arten umfassen. Eine Erbgutanalyse habe ergeben, dass der genetische Unterschied zwischen den beiden Tieren zu groß sei, um sie einer Art zurechnen zu können, schreibt Peter Kappeler vom Deutschen Primatenzentrum im Fachblatt "Primate Report".
Die Zahl der bekannten Lemuren-Arten, zu denen die beiden Mausmakis gehören, steigt damit auf 49. Lemuren, die als besonders gefährdet gelten, kommen in freier Wildbahn nur auf Madagaskar vor. Wissenschaftler halten sie für die ursprünglichste Variante der Primaten, zu denen auch der Mensch zählt.
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