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30.08.2005
 

Datenanalyse

Zerstörung der Ozonschicht möglicherweise gestoppt

Die Ozonschicht könnte sich einer Studie zufolge stabilisiert haben. Wissenschaftler warnen jedoch vor neuem Leichtsinn: Es werde noch Jahrzehnte dauern, ehe sich die schützende Schicht von der Zerstörung durch den Menschen erholt hat.

Ozonloch über der Antarktis von 1981 bis 1999: FCKW-Emissionen durchlöcherten Schutzschicht
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Greg Shirah / NASA

Ozonloch über der Antarktis von 1981 bis 1999: FCKW-Emissionen durchlöcherten Schutzschicht

Gute Nachrichten über die Erdatmosphäre sind selten. Doch internationale Vereinbarungen zum Umweltschutz können offenbar wirken, wie eine aktuelle Untersuchung über die Ozonschicht nahelegt. Wissenschaftler von mehreren US-Universitäten und der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) sind nach der Analyse großer Datenmengen zu dem Schluss gekommen, dass die Zerstörung der Ozonschicht wahrscheinlich gestoppt wurde. Zwischen 1996 und 2002 seien die Werte stabil geblieben und stellenweise sogar gestiegen.

"Diese Veränderungen könnten auf einen Anstieg des Ozons in der Atmosphäre hindeuten", sagte Betsy Weatherhead, ein Mitglied des Forscherteams. "Aber wir müssen die Ozonschicht noch jahrelang beobachten, um letzte Sicherheit zu erlangen."

Die statistische Untersuchung, die jetzt im "Journal of Geophysical Research" veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf die gesamte Ozonsäule von der Erdoberfläche bis in die oberen Atmosphärenschichten. Die Wissenschaftler haben die Daten von Satelliten der Nasa und der NOAA sowie von Bodenstationen in Nordamerika, Europa, Hawaii, Australien und Neuseeland analysiert.

Erholung der Ozonschicht wird Jahrzehnte dauern

Die Forscher führen die Stabilisierung der Gasschicht, die harte UV-Strahlung aus dem All von der Erdoberfläche fernhält, auf das Montreal-Protokoll von 1987 zurück. Das Vertragswerk, das von 180 Nationen ratifiziert wurde, setzt rechtlich bindende Grenzen für die Produktion und den Verbrauch von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Die Verbindungen, die unter anderem in Kühlschränken und Spraydosen Verwendung fanden, gelten seit Mitte der siebziger Jahre als Hauptverursacher des Ozonverlusts.

Ozondaten vom 28. August 2005: Kein Grund für generelle Entwarnung
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NASA

Ozondaten vom 28. August 2005: Kein Grund für generelle Entwarnung

Grund für eine generelle Entwarnung sehen die Forscher jedoch keinesfalls. Es könnten noch 40 Jahre vergehen, ehe es in der Atmosphäre wieder bedeutend höhere Ozonwerte gebe, sagte Weatherhead. Ihr Niveau aus der Zeit vor den siebziger Jahren werde die Schutzschicht wahrscheinlich nie mehr erreichen, "selbst wenn alle Chlorverbindungen aus dem System verschwunden sind".

Das liege unter anderem daran, dass es neben FCKW weitere von Menschen gemachte Faktoren gebe, die die Ozonschicht stark beeinflussten. Hierzu gehörten Methan, Wasserdampf und die insgesamt steigenden Temperaturen in der Atmosphäre. Zudem gebe es in der Ozonschicht starke saisonale Einbrüche von bis zu 40 Prozent über den Polen und bis zu 10 Prozent über Nord- und Südamerika sowie Europa.

Riesiges Ozonloch über der Antarktis

Wie auf Bestellung lieferte die europäische Raumfahrtagentur Esa neue Daten. Messungen des Satelliten Envisat haben demnach ergeben, dass über der Antarktis derzeit ein Ozonloch von der Größe Europas klafft. Mit rund zehn Millionen Quadratkilometern besitze es eine der größten je gemessenen Ausdehnungen. Sein Maximum werde das Loch zudem erst in zwei bis drei Wochen erreichen.

"Chemikalien, die vor Jahrzehnten in die Atmosphäre gepumpt wurden, beeinträchtigen die Ozonschicht noch heute", sagte Sherwood Roland von der University of California in Irvine. Roland und zwei seiner Kollegen erhielten 1995 den Nobelpreis für Chemie, weil sie das Gefahrenpotential von FCKW nachgewiesen hatten.

Einhellig warnen die Experten vor einem neuen Leichtsinn im Umgang mit der Sonnenstrahlung. "Die Hauptursache von Hautkrebs ist nach wie vor menschliches Verhalten", betonte Mike Repacholi von der Weltgesundheitsorganisation. Die aktuelle Studie beinhalte zwar "einige ermutigende Neuigkeiten", gebe aber keinen Anlass, Haut und Augen künftig weniger sorgfältig vor der Sonne zu schützen.

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