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06.12.2005
 

Grönland

Mikroben aus dem Eis könnten Mars-Methan erklären

Drei Kilometer unter dem Eis Grönlands haben Forscher Mikroben entdeckt, die zum Teil mehr als 100.000 Jahre alt sind. Die Bakterien produzieren Methan - was darauf hindeutet, dass ähnliche Lebensformen noch heute auf dem Mars existieren könnten.

Als der Bohrer bei einer Tiefe von 3038 Metern anhielt, hatte er neue Beweise für Leben selbst in extremsten Umgebungen gesammelt. Auch unter dem Eispanzer Grönlands tummeln sich simple Lebensformen, und nicht nur das: Sie könnten auch die Erklärung für gewisse Beobachtungen auf dem Mars liefern.

Gletscher in Grönland: Auch drei Kilometer unter dem Eis leben Bakterien
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DPA

Gletscher in Grönland: Auch drei Kilometer unter dem Eis leben Bakterien

US-Forscher hatten in den eisigen Tiefen zunächst auffallend hohe Mengen von Methan gemessen. Dann fanden sie dessen Urheber: Bakterien, die der Kälte, der Finsternis und dem Nährstoffmangel trotzen und das Gas als Abbauprodukt ihres Daseins abgeben.

Die Wissenschaftler um Buford Price von der University of California schätzen das Alter der Bakterienkolonie auf mehr als 100.000 Jahre. Sie gehen davon aus, dass die Mikroben sich in der unwirtlichen Umgebung nur mühsam am Leben erhalten. Anstatt ihre Gemeinschaft zu vergrößern, müssen sie sich damit begnügen, Erbgutschäden zu reparieren.

Die Forscher glauben auch, dass die Bakterien die These untermauern könnten, auch auf dem Mars gebe es bis heute solche methanogenen Bakterien. Instrumente der europäischen Raumsonde "Mars Express" hatten vor einigen Monaten große Mengen von Methan entdeckt.

Da Methan in der Atmosphäre des Roten Planeten innerhalb von rund 340 Jahren vom Sonnenlicht abgebaut wird, braucht es ständigen Nachschub. Einige Forscher vermuten Bakterien als ständige Quelle des neuen Methans. Andere Experten machen dagegen chemische Prozesse für die Entstehung des Gases verantwortlich.

Price und seine Kollegen haben nun berechnet, bei welcher Temperatur die Bakterien welche Mengen an Methan produzieren. Daraus lasse sich unter anderem schließen, welche Bakterienmasse notwendig wäre, um das in der Mars-Atmosphäre gemessene Methan zu erklären.

Demnach müsste der Lebensraum der Methanogene auf dem Mars rund Null Grad kalt sein - und diese Temperatur herrsche zwischen 150 Metern und 8 Kilometern unter der Oberfläche des Roten Planeten, schreiben die Wissenschaftler. Um aus diesen Tiefen an die Oberfläche zu gelangen, bräuchte das Methan zwischen 15 und 30.000 Jahren. Erst kürzlich hatte "Mars Express" mit Hilfe seines Tiefenradars große Mengen an Wassereis unter der Mars-Oberfläche entdeckt.

Mit einem neuen Rover könne man nach Orten mit besonders hoher Methan-Konzentration suchen, schlagen Price und seine Kollegen vor. Bereits bestehende Instrumente würden bei einer Bohrung ausreichen, um lebende Organismen nachzuweisen - "vorausgesetzt, man könnte sie in einer geeigneten Tiefe absetzen". Wie man auf dem Mars ein mindestens 150 Meter tiefes Loch bohrt, erklären die Wissenschaftler freilich nicht.

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