Thure Cerling rückte Elefanten mit der Schere zu Leibe. Der Forscher von der University of Utah in Salt Lake City und seine Kollegen schnitten sieben Elefanten im Samburu-Nationalpark in Kenia Schwanzhaare von etwa 30 Zentimetern Länge ab. Gleichzeitig statteten sie die Tiere mit einem elektronischen Halsband aus, das mit dem Satellitennavigationssystem GPS die Position bestimmte und über Funk an einen Empfänger übermittelte. Im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichtet das Team über die Resultate der Elefantenüberwachung.
Anhand der Signale konnten die Forscher die Wanderungen der Tiere über mehrere Jahre hinweg verfolgen und mit den chemischen Analysen der Schwanzhaare in Verbindung bringen. Bei diesen Analysen wird das Verhältnis von Kohlenstoff- und Stickstoffisotopen verglichen. Isotope sind Erscheinungsformen eines chemischen Elements mit annähernd gleichen chemischen Eigenschaften, aber unterschiedlichem Atomgewicht. Das Verhältnis der verschiedenen Isotope eines Elements ist typisch für bestimmte Regionen.
Wenn Elefanten Pflanzenmaterial verspeisen und Körpermasse aufbauen, bleibt dieses nahrungsspezifische Isotopen-Verhältnis auch in ihren Schwanzhaaren erhalten. Es kann dann zur Bestimmung des Orts verwendet werden, an dem sich der Elefant aufgehalten hat.
Pflanzen der Trockensavanne weisen ein anderes Isotopenverhältnis auf als Pflanzen der feuchteren Bergregionen. Auch Gräser und angebautes Getreide wie Mais unterscheiden sich durch ihre Isotopenverhältnisse. So konnten die Wissenschaftler durch Analysen der Schwanzhaare die Ernährungsweise der Elefanten ermitteln und sie mit ihren Wanderungen in Verbindung bringen.
Tödliche Zusammenstöße sollen vermieden werden
Dabei stellten sie fest, dass die Tiere während der Trockenzeit hauptsächlich von Sträuchern und Bäumen fraßen, und sich während der Regenzeit am frisch gewachsenen Gras gütlich taten. Ein Elefantenbulle mit Namen Lewis jedoch zog während der Trockenzeit gut 40 Kilometer in die Berge, wo er sich neben Bäumen und Sträuchern auch über den Mais der Bauern hermachte.
Iain Douglas-Hamilton von der Elefantenschutzstiftung "Save the Elephants", einer der Autoren, erläutert, was Elefanten brauchen: Lebensunterhalt, Sicherheit und Sex. Vor allem für Bullen sei die Ernährung sehr wichtig. "Wenn sie den Wettbewerb um Weibchen gewinnen sollen, brauchen sie sehr gutes Futter." Das sei der Grund für risikoreiche Streifzüge auf Getreidefelder, die wegen wütender Bauern für die Tiere tödlich enden können.
Die Forscher hoffen nun, dass ihre Methoden und Ergebnisse zum Schutz von Elefanten und ihren Wanderrouten beitragen, so dass die Wahrscheinlichkeit unglücklicher Zusammenstöße zwischen Menschen und den gefährdeten Dickhäutern verringert werden kann.
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