An Bord des Greenpeace-Schiffes befanden sich zu diesem Zeitpunkt 25 Personen. Verletzt wurde niemand. Der Bug des Schiffs wurde eingedrückt.
Kurz vor der Kollision näherten sich Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten einem japanischen Versorgungsschiff der Walfangflotte und schrieben den Schriftzug "Whale meat from sanctuary" (Walfleisch aus dem Schutzgebiet) an die Bordwand. Die "Nisshin Maru" ziert im Gegenzug ein Transparent mit der Aufschrift "Greenpeace misleads you" (Greenpeace führt sie in die Irre).
Die "Arctic Sunrise" sei zu diesem Zeitpunkt mehr als einen Kilometer von der japanischen "Nisshin Maru" entfernt gewesen, sagte Shane Rattenbury von Greenpeace dem australischen Rundfunksender ABC. Die Organisation stellte Bilder von dem beschädigten Schiff zur Verfügung, der Verlauf des Zusammenstoßes konnte aber nicht von unabhängiger Seite verifiziert werden. Von japanischer Seite gibt es bislang keinen Kommentar zu dem Vorfall.
"Es gab keine anderen Schiffe in der Gegend, und es gab keinen Grund, direkt auf uns zuzusteuern", sagte Rattenbury. Die "Arctic Sunrise" begleitet die japanische Walfangflotte in der Antarktis seit nahezu zwei Wochen. Australien hat die Antarktis zum Schutzgebiet erklärt. Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat Japan dennoch den Fang von 850 Zwerg- und zehn Finnwalen genehmigt, nach offizieller Lesart zu wissenschaftlichen Zwecken. Kritiker sehen darin aber nur einen Vorwand, da das Fleisch in Japan für die Zubereitung in Restaurants verkauft wird.
Seit Jahren versucht die japanische Regierung, bei der IWC eine höhere Fangquote durchzusetzen. Bisher scheiterte Tokio allerdings damit. Die IWC forderte Japan im Juni jedoch in einer unverbindlichen Resolution auf, die angeblich wissenschaftliche Waljagd zu beenden.
Die "Nisshin Maru" ist ein Fabrikschiff, in dem die vom Fangschiff "Yushin Maru" erjagten Wale verarbeitet und verpackt werden. Das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" ist schon einmal mit eben diesem Fabrikschiff zusammengestoßen: Im Dezember 1999 kollidierten Walfänger und Aktivisten-Schiff, ebenfalls in der Antarktis. Auch damals gab es anschließend heftige Diskussionen darüber, wer nun eigentlich wen gerammt hatte.
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