"Ich habe eine Fontäne gesehen", sagte ein Sprecher von London Eye, dem Riesenrad am Ufer der Themse. "Es war ein beeindruckender Anblick." Spaziergänger und Bootsfahrer sichteten das Tier am heutigen Freitag in der Themse - mitten in London.
Der Wal schwamm unter anderem direkt am Parlamentsgebäude vorbei. Die Küstenwache erklärte, sie habe am Donnerstag einen zweiten Wal weiter flussabwärts gesehen. Das Tier ist Augenzeugen zufolge rund sechs Meter lang.
Die Mannschaft eines Rettungsbootes bemüht sich, den Schiffsverkehr auf der Themse um den Wal herum zu leiten, um Kollisionen mit dem großen Meeressäuger zu vermeiden. Zoologen vermuten, dass es sich um einen Entenwal handelt, der zur Familie der Schnabelwale gehört. Männliche Entenwale können bis zu neun Meter lang und 7500 Kilogramm schwer werden. Die Säuger kommen vor allem in kalten Gewässern vor.
Experten sind besorgt, ob der Meeressäuger seinen Ausflug überleben kann. Am Freitagabend schwamm er immer noch im Fluss. Befürchtet wird nun, dass der Wal wegen des sinkenden Wasserspiegels durch den Gezeitenwechsel stranden könnte und dann immer schwächer wird. Für diesen Fall sprachen sich am Abend einige Biologen dafür aus, das Tier zu erschießen, um seine Leiden zu verkürzen.
Finnwal wird zerlegt
In Stralsund haben Experten des Meeresmuseums haben heute mit der Zerlegung des Finnwal-Kadavers begonnen, der am Samstag in der Wismarbucht gefunden worden war. An einem Schiffsliegeplatz der Insel Dänholm wurde zunächst die Speckschicht des Tieres abgelöst, wie eine Sprecherin mitteilte. Von der Untersuchung der inneren Organe erhoffe man sich Hinweise auf die Todesursache.
Der Finnwal ist ersten Vermutungen zufolge an Stress gestorben. Auf ein Verhungern deute zunächst nichts hin, sagte Wissenschaftler Klaus Harder. Nachdem sich das 16,50 Meter lange Tier in die Ostsee verirrt habe, sei es vermutlich durch die ungewohnten Flachwasserregionen in eine Stresssituation geraten, die dann zu Herzversagen geführt habe.
Den Untersuchungen zufolge handelte es sich bei dem Finnwal um ein halbwüchsiges Weibchen. Das Alter schätzen die Wissenschaftler auf 10 bis 14 Jahre. Das Tier wiegt etwa 20 Tonnen. Die als Fluke bezeichnete Schwanzflosse ist 3,07 Meter breit.
Der Kadaver soll bis Samstagmittag komplett zerlegt werden. Seine Knochen sollen anschließend gereinigt und für eine spätere Ausstellung in dem im Bau befindlichen Ozeaneum im Stralsunder Stadthafen aufbereitet werden.
Der tote Wal war am Donnerstagabend mit einem Tieflader eingetroffen, nachdem Greenpeace-Mitarbeiter das Tier einen Tag lang vor der japanischen Botschaft in Berlin ausgestellt hatten, um gegen den Walfang zu protestieren.
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