Der Goldschatz der "Sussex" könnte schon bald die britische Staatskasse auffüllen. Schätzungsweise zehn Tonnen Gold und 100 Tonnen Silber soll das Kriegsschiff an Bord gehabt haben, als es 1694 in einem Sturm vor Gibraltar Schiffbruch erlitt und sank - und mit ihm 500 Mann Besatzung und 80 Kanonen. Der Wert der Ladung wird auf bis zu vier Milliarden US-Dollar geschätzt.
Von 1998 bis 2001 hatte eine amerikanische Bergefirma im Auftrag der Briten nach dem Wrack gesucht und war fündig geworden. In mehreren hundert Metern Tiefe glauben die Experten, die "Sussex" ausgemacht zu haben.
Doch die geplante Bergung hat einen handfesten diplomatischen Streit ausgelöst. Spanien erhebt Ansprüche auf den Schatz, der direkt vor der Küste Gibraltars im Meer begraben ist. Großbritannien betrachtet die wertvolle gesunkene Fracht als sein Eigentum.
Die US-Bergefirma Odyssey Marine Exploration ist nun zwischen die Fronten des Streits geraten. Das Bergeschiff des Unternehmens, das vor einem Monat bereits Tauchroboter an zur mutmaßlichen "Sussex" geschickt hat, wurde von einer Armada kleinerer spanischer Boote umzingelt, die so gegen die Bergung protestierten.
"Wir sind entrüstet über das unprofessionelle und gefährliche Verhalten der örtlichen Boote", sagte Greg Stemm, Mitbegründer von Odyssey der "New York Times". Man wolle sich rechtlich absichern, damit sich derartiges in Zukunft nicht wiederhole, und erwarte die Unterstützung des amerikanischen Außenministeriums und der britischen Behörden.
Der Streit um den Goldschatz der "Sussex" bietet der spanischen Presse schon lange reichlich Stoff für Titelgeschichten. Die Zeitung "El Mundo" schrieb schon vor einiger Zeit, der Kampf um die "Sussex" werde "so hart wie die Schlacht von Trafalgar".
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