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13.02.2006
 

Neue Arten entdeckt

Kleine Spinnen mit Giftzahn-Verlängerung

Statt Netzen nutzen Meuchel-Spinnen einzig Gift zur Jagd. Ein extrem langer Kiefer hilft ihnen, Feinde aus der Distanz zu töten. Ein Merkmal, das die Evolution gleich zweimal entwickelt hat.

Mehr als zwei Millionen Spinnenartige - die Ausbeute der Zoologen wäre dazu geeignet, vielen Menschen einen kalten Schauer den Rücken hinunterzujagen. Doch auch für die Forscher gab es in dieser gewaltigen Menge Spinnen noch bizarre Überraschungen. "Assassin-Spider", nennen die Wissenschaftler sie schlicht, Meuchel-Spinnen.

Giftzahn: Eine Spinne attackiert eine andere Spinne
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AP/ California Academy of Sciences

Giftzahn: Eine Spinne attackiert eine andere Spinne

Obwohl diese nur 2 Millimeter großen Tiere taxonomisch zur Unterordnung der echten Webspinnen gehören, knüpfen sie keine Fallen aus klebrigen Fäden.

Sie beißen zu - und das aus der Entfernung. Auf dem Kiefer der Tiere sitzt ein Giftzahn. Dieser Kiefer ist von so enormer Länge, dass die Meuchel-Spinnen ihren Opfern den Giftzahn aus sicherer Distanz in den Leib schlagen können.

Eine Spinne mit normalen Körperproportionen müsste diese Waffe zweifellos über den Boden schleifen. Die Meuchel-Spinnen aber haben analog zum überdimensionierten Kiefer auch einen ungewöhnlich langen Hals entwickelt.

Die Mitglieder der Familie Arachaeidae genießen den Ruf, die groteskesten Spinnen auf Erden zu sein. Bislang waren nur zwölf Arten bekannt. Mit den neun Meuchel-Spinnen-Arten, die der Zoologe Charles Grisworld und und seine Kollegin Hannah Wood in Madagaskar neu entdeckten, hat sich diese Zahl nun fast verdoppelt.

Wie die California Academy of Sciences in San Francisco mitteilte, kann man Meuchel-Spinnen heute außer in Madagaskar nur noch in Australien und Südafrika finden. Fossilien zeigen aber, dass sie früher weit über den Planeten verbreitet waren.

Für Menschen stellten auch die neu entdeckten Arten keine Gefahr dar, sagte Charles Grisworld.

Ob ein Tier tatsächlich zu einer neuen Spezies gehört, wird auf zwei Arten untersucht: Einerseits durch morphologische Studien, also indem man den Körperbau studiert. Andererseits mittels DNA-Vergleichen. Mit Hilfe von Erbgutanalysen konnten die Forscher auch zeigen, dass der markant verlängerte Hals sich bei Spinnen der Familie Archaeidae mindestens zwei Mal unabhängig voneinander entwickelt hat. Biologen sprechen in solchen Fällen von konvergenter Evolution.

stx/ap

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