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01.03.2006
 

Meeres-Monstrum

Riesenkalmar in London

Erst vor einem Monat bekam London unverhofften Besuch von einem Wal. Nun können die Bewohner der britischen Hauptstadt erneut einen spektakulären Meeresbewohner bestaunen: einen fast neun Meter langen Riesenkalmar.

London - Mit 8,62 Metern ist "Archie" einer der größten Kalmare, die jemals in einem Stück gefangen wurden. Nun kommt der Meeresriese, der seinen Spitznamen seiner lateinischen Bezeichnung Architeuthis dux verdankt, ins Londoner Natural History Museum - gut konserviert in einem gläsernen Tank.

Riesenkalmar in London: Museum stellt Kopffüßer aus
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AFP

Riesenkalmar in London: Museum stellt Kopffüßer aus

Im Unterschied zu dem Wal, der nach Tagen des Umherirrens in der Themse bei einem Rettungsversuch verendete, war der Tintenfisch bereits tot, als er auf die Reise nach London geschickt wurde. Er war einem Fischkutter vor den zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln vor der Küste Argentiniens ins Netz gegangen.

"Tote Riesentintenfische werden oft ans Ufer gespült oder aus den Mägen von gefangenen Pottwalen geborgen, so dass ihr Erhaltungszustand schlecht ist", erklärte Jon Ablett, der Seetier-Kurator des Museums. Der Riesenkalmar, der nun in London zu besichtigen ist, sei daher eine echte Seltenheit.

Ihn zu konservieren sei eine knifflige Aufgabe gewesen. "Wir mussten ihn zuerst auftauen, was schon vier Tage dauerte", sagte Ablett der britischen BBC. Das Problem: Der Körper ist dick und die Arme dünn. "Wir mussten den Körper auftauen, ohne dass die Arme verwesen." Deshalb habe man den Körper in Wasser gebadet und die Arme währenddessen in Eis gepackt.

Riesenkalmare sind noch immer von vielen Geheimnissen umgeben. Biologen wissen nicht allzu viel über die zehnarmigen Kopffüßer, die in Tiefen von 200 bis 1000 Metern leben. Erst im September 2005 ist es erstmals gelungen, Riesenkalmare in freier Wildbahn zu filmen.

Vermutlich werden ausgewachsene Tiere rund 15 Meter lang und bis zu 1000 Kilogramm schwer. Allerdings gibt es auch Berichte über einen 18,50-Meter-Kalmar, der 1880 an der Küste Neuseelands gefunden wurde, und über ein 1933 in Neufundland entdecktes, fast 22 Meter langes Monstrum.

In den Mägen von Pottwalen, die Kalmare jagen, haben Forscher Teile von Kalmaren gefunden, die auf noch kolossalere Abmessungen schließen lassen. Zuweilen ist von Maximalgrößen von 25 Metern die Rede.

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